Diese Woche beschäftigen wir uns wieder mit einer der großen Persönlichkeiten der Warcraft-Lore. Illidan hat mehrfach die Nachtelfen verraten und ist in Gänze den arkanen Energien verfallen gewesen. Wie wurde aber aus dem Bruder des geehrten Malfurion eines der größten Übel Azeroths?

Die ersten Jahre
Illidan und sein Zwillingsbruder Malfurion kamen zu einer Zeit auf die Welt, da Azeroth noch utopisch war. Die Nachtelfen bauten gerade ihre große Kultur aus und begannen, die Mächte des Brunnens der Ewigkeit zu nutzen. Illidan hatte bernsteinfarbene Augen, was unter Nachtelfen der damaligen Zeit als Ausdruck einer bedeutenden Zukunft gesehen wurde. Jedoch war sein Weg noch nicht vorgezeichnet. Malfurion begann mit der Erforschung der druidischen Künste und trieb diese schnell zu einer beispiellosen Meisterschaft. Illidan begann auch mit diesem Studium, konnte diesen Mächten aber kein größeres Interesse entgegen bringen. Er wurde schnell auf die Studien der Hochgeborenen aufmerksam, die sich auf die arkanen Mächte aus dem Brunnen der Ewigkeit konzentrierten. Da er selber nicht zu den Hochgeborenen zählte, konnte er nur als persönlicher Zauberer des militärischen Führers Rabenkrone das Studium des Arkanen aufnehmen. So kam Illidan zum ersten Mal in Kontakt mit dem Brunnen der Ewigkeit. Er trieb die arkanen Künste zu gleicher Meisterschaft wie sein Bruder, nur dass seine Macht an den Brunnen gekettet war.
Als Azshara begann, mit der brennenden Legion zu paktieren, konnte Malfurion seinen Bruder davon überzeugen, von seiner Besessenheit abzulassen. Zusammen mit Tyrande Wisperwind machten sich die drei auf, um den Halbgott Cenarius auf dem Berg Hyjal aufzusuchen. Beide Brüder waren in die junge Priesterin des Mondes – Tyrande – verliebt, doch ihr Herz gehörte sehr zum Missfallen Illidans bereits seinem Bruder. Ihn quälte aber noch ein wesentlich größerer Schmerz, nämlich seine unstillbare Gier nach der Magie. Allein durch Tyrandes Bemühen gelang es Illidan, diese Gier unter Kontrolle zu halten, damit er Malfurion dabei unterstützen konnte, Cenarius zu finden. Jener lebte auf der Mondlichtung und willigte der Bitte der beiden Brüder ein und versprach seinerseits, die Großdrachen um Hilfe zu bitten.
Während des ersten Angriffs auf die Hauptstadt Zin-Azshari beging der schwarze Drachenaspekt Neltharion seinen großen Verrat an allen Lebenden Azeroths. Malfurion erkannte nun, dass eine große Gefahr durch den Brunnen der Ewigkeit ausging und dass nur eine Zerstörung des Brunnens das Tor in den wirbelnden Nether schließen konnte, das Azshara und ihre Anhänger in jenem Brunnen geöffnet hatten. Malfurions Gefährten, allen voran Illidan, waren entsetzt von diesem Vorschlag, denn der Brunnen gewährte ihnen Unsterblichkeit; einzig Tyrande unterstütze ihn und brachte Cenarius dazu, einen Angriff auf den großen Tempel zu starten, um eine Möglichkeit zu finden, den Brunnen zu verschließen.
Der erste Verrat
Illidan erkannte, dass er nie wieder von der Magie des Brunnens Gebrauch machen könnte, sollte dieser zerstört werden. Diese Sorge und die Eifersucht gegenüber seinem Bruder ließen ihn seine eigenen Pläne schmieden. Er lief augenscheinlich zu den Hochgeborenen über und erzählte Azshara von Malfurions Plänen. Dabei verspürte er keinerlei Reue, denn seine Gedanken waren von Xavius vernebelt. Dieser hatte Illidan erklärt, dass er keine Konkurrenz bei der Liebe von Tyrande habe, wenn Malfurion tot sei. Illidan schwor, den Brunnen mit allen erforderlichen Mitteln gegen jeden zu verteidigen, der ihn bedrohte.
Illidan wollte das Portal schließen, in dem er die Dämonenseele an sich brächte – jenes mächtige Artefakt, das Todesschwinge erschaffen hatte, um über Azeroth zu herrschen. Seine Macht reichte jedoch nicht aus, die Dämonenseele zu finden. Auch die Hochgeborenen und die brennende Legion hatten ein Interesse an diesem Artefakt. Deshalb wurde Illidan vor Sargeras höchstpersönlich gebracht. Dieser erkannte Illidans Plan, die Dämonenseele zu finden, und verlieh ihm dämonische Mächte, damit er stark genug wurde, die Dämonenseele aufzuspüren.
Er brannte Illidans Augen aus und setzte in die verkohlten Augenhöhlen Sphären aus mystischem Feuer, die es Illidan erlaubten, jegliche Art von Magie zu erkennen, und er brannte arkane Tätowierungen in Illidans Haut, die ihm eine Quelle für arkane Macht waren. Azshara war durch diese Veränderung entzückt, doch sie traute ihm nicht und schickte ihren Vertrauten Varo’then mit auf die Suche nach der Dämonenseele.
Malfurion, der durch den smaragdgrünen Traum wanderte, konnte vor den beiden die Dämoneseele finden, doch Illidan und Varo’then nahmen sie ihm wieder gewaltsam ab und brachten sie zurück in den Tempel von Zin-Azshari. Unfähig, die Dämonenseele für sich zu beanspruchen und das Portal zu schließen, musste Illidan erkennen, dass sein Bruder Malfurion den Brunnen vernichten wird. In aller Eile füllte Illidan sieben Phiolen mit dem Wasser des Brunnens, um für immer dessen Macht nutzen zu können.
Nach der großen Teilung erklomm Illidan den hochheiligen Berg Hyjal und entdeckte dort einen kleinen schimmernden Brunnen, in den er das Wasser aus drei seiner Phiolen füllte. Unmittelbar verwandelten die chaotischen Energien des Brunnenwassers den kleinen See in einen neuen Brunnen der Ewigkeit. Als Malfurion und Tyrande diesen sahen, waren beide erschrocken über Illidans Tat, denn sie befürchteten, dass die brennende Legion wieder nach Azeroth zurückkehren konnte. Malfurion beschloss, nachdem er seinen Bruder nicht zur Vernunft bringen konnte, diesen tief unter dem Hyjal einzusperren. Über dem neuen Brunnen wurde dann anschließend der Weltenbaum Nordrassil errichtet.
1. Der Anfang & der erste Verrat
2. Die Freilassung & Verbündete
3. Sturm auf den Frostthron & der Sturz Illidans







