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ArenaNet Interview von der Paris Games Week - Guild Wars 2

28.10.2011 - 15:30 Uhr
von King_Dom in News
Auf der Paris Games Week (PGW) hat die französische Gaming Site luna-atra.fr einige der Guild Wars 2 Entwickler interviewt.
Dabei ging es hauptsächlich um die Lore und den Art-Design Prozess während der Entwicklung des Spiels. Interviewt wurden Jeff Grubb, Ben Miller, Stéphane Lo Presti und Daniel Dociu.


Luna Atra: Wir wissen, dass die Mursaats und die Seers immer noch in Tyria existieren. Werden sie in GW2 wiederkommen?
 
Ben Miller: Also… eine der coolen Sachen an GW2 ist, dass es die Geschichte die in GW1 anfing, weiterführt. Deshalb müsst ihr einfach warten und es im Spiel selbst erfahren.
 
Das Entdecken der Story ist Teil des Spaßes am Spiel, weshalb ArenaNet versucht möglichst wenig an Game-Inhalten zu spoilern.
 
Luna Atra: Könnten wir ein wenig mehr über die Technologie der Asura Golems lernen? Gibt es verschiedene Arten von Golems? Warum bauen die Asura nicht einfach mehr Golems und übernehmen damit die Weltherrschaft?
 
Ben Miller: Die Antwort zu der ersten Frage ist, dass es eine Menge an verschiedenen Golem Arten gibt. Asura nutzen Golems für fast Alles, vom Heben schwerer Gegenstände bis zum Verteidigen der Städte. So ziemlich für alles was ein Asura möglicherweise nicht selber machen möchte, gibt es einen Golem. 
Zu der Frage warum sie nicht einfach mehr Golems bauen und damit die Welt erobern, es gibt einige Asura bei denen ich mir relativ sicher bin, dass sie es versuchen.
 
Luna Atra: Was geschah mit den Zwergen und den Bloodstones?
 
Ben Miller: Die Zwerge am Ende von Eye of the North nahmen ihre Steinform an, und kämpfen seit dem gegen Primordus. Es ist ein noch anhaltender Kampf. Es gibt einen Zwerg, dem man bis dahin über den Weg läuft. Die Bloodstones, besonders der im Maguuma Jungle, existieren noch.
 
Stéphane Lo Presti: Es existiert, aber ich bin mir nicht sicher was damit geschehen ist.
 
Luna Atra: Dynamic Events sind ein zentraler Teil des GW2 Gameplays. Diejenigen, die an so einem Event teilnehmen, werden mit Karma Punkten belohnt. Kannst du uns erzählen wie genau das funktioniert?
 
Ben Miller: Für die Karma Punkte, die man für Events an denen man teilnimmt bekommt, kann man bei Händlern überall in der Welt verschiedene Items erwerben: Ausrüstung die einem dabei hilft Crafting-Materialien zu verwerten, konsumierbare Items die einem temporäre Boni geben, bestimmte Items die einem die Möglichkeit geben, Sachen zu vollbringen, die man sonst nicht machen könnte. Zum Beispiel gibt es einen Bienenstock. Man hilft diesem Bienenstock in dem man ihn vor angreifenden Bären verteidigt. Dadurch bekommt man ein bisschen Karma. Dort gibt es dann einen Bienenzüchter, der einem für Karma einen Becher Bienen verkauft, welchen man wiederum auf seine Gegner werfen kann. Belohnungen für Karma können also, abhängig von den Umständen, sehr stark variieren. 
 
Luna Atra: Einige Spieler beschäftigt es, dass man mitten in einem Dynamic Event disconnectet, ob beabsichtigt oder nicht. Wird man die Möglichkeit haben nach einem Reconnect die Karma Punkte zu erhalten?
 
Ben Miller: Das ist eine interessante Frage. Das ist definitiv ein Problem auf das wir in der Zukunft auch achten werden. Momentan ist es so, dass man seine Karma Punkte bekommt. Das gute an Dynamic Events ist, dass sie immer laufen und die einzelnen Events nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Es ist nicht so als hätte man 1 oder 2 Stunden in dieses riesen Event investiert. Man benötigt eher 5 bis 10 Minuten für einen Eventteil, wodurch selbst wenn man die Punkte verlieren würde, der Verlust nicht sonderlich groß wäre.
 
Luna Atra: Es scheint so als ob die GW2 Artist sehr viel Freiraum im Bereich Gestaltung und Research haben. Sie sind sehr kreativ. Wie schafft ihr es all diese verschiedenen Stile zu kombinieren und somit eine fortlaufende Stimmigkeit im Spiel zu erschaffen?
 
Daniel Dociu: Das ist eine Frage die ich öfters gestellt bekomme. Eine Sache die ich immer versuche vernünftig an allen Fans die in Kunst interessiert sind zu vermitteln, ist dass wir einen Kunststil nicht als das Produkt eines einzelnen Künstlers ansehen. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe einen Stil in seiner Richtigkeit zu diktieren. Ich ziehe oft den Vergleich zum Kochen. Ein Koch kann entscheiden eine Bohnensuppe auf die Karte zu packen. Das ist vergleichbar mit dem Leitmotiv. Man benötigt aber viel mehr als nur Wasser und Bohnen um eine gute Bohnensuppe zu machen. Alle Künstler werden nicht nur darin bestärkt, sondern es wird von ihnen erwartet, dass sie ihre eigenen „Zutaten“ miteinbringen. Das Resultat ist ein Produkt das aus einer Vielzahl an verschiedenen Stilen besteht, und jeder bringt seine eigene Erfahrung mit in dieses Produkt ein. 
Es ist eine Art Schmelztiegel. Der GW2 Style ist das Produkt aus dem Zusammenmischen von vielen kreativen Quellen, in einen mehr oder weniger gleichmäßigen Kunststil.
Jedoch finde ich es OK, wenn kleine Elemente auch mal nicht ganz perfekt stilistisch zusammenpassen. Zurück zu meinem Suppen Vergleich, es ist OK eine Suppe mit Klumpen zu haben, anstatt sie perfekt zu pürieren. Es ist OK seinen Kunden hin und wieder einen kleinen Schock oder ein wenig Verwunderung zu verpassen, indem man nicht perfekte Zutaten mit in den Mix schmeißt. Ich mach mich nicht darüber verrückt, dass der Style perfekt ineinander übergeht, solange es alles in allem flüssig aussieht.
 
 
Luna Atra: Wenn Artist Rüstungen kreieren, haben sie immer von Anfang an die Beschränkungen bei der späteren Umsetzung im Kopf oder designen sie einfach was auch immer sie wollen und ihr versucht es nachher im Spiel umzusetzen?
 
Daniel Dociu: Das Designen von Rüstungen ist wahrscheinlich der am meisten, durch die technologischen Beschränkungen im Spiel, eingeschränkte Bereich.
Das kommt dadurch dass die Rüstungsteile alle miteinander kombinierbar und tragbar von allen Rassen sein müssen. Deshalb hat meine ein Baustein ähnliche Herangehensweise. Dazu kommt dann noch dass jedes Rüstungsteil in 2-4 Teile unterteilt ist, welche einzeln eingefärbt werden können.
All diese Limitierungen werden von Anfang an beachtet, im gesamten Prozess beibehalten und am Ende kontrolliert. Die haben einen der schwersten Jobs.
 
Luna Atra: Gibt es eine Frage die du immer erwartet hast, die aber nie gestellt wurde? Und wenn ja, was ist die Antwort?
 
Ben Miller: *lacht* Diese Frage.
 
 
 
Interview mit Jeff Grubb
 
 
Luna Atra: Was wissen wir am Anfang von GW2 über Mursaats und Seers?
 
Jeff Grubb: Mursaats und Seers sind legendäre Rassen. Am Anfang von GW2 hat niemand je einen gesehen und keiner ist sich sicher, ob sie überhaupt existieren. Mursaats werden zum Beispiel dazu genutzt um Kinder zu erschrecken: “Ess deine Suppe auf oder die Mursaasts kommen und nehmen dich mit“. Sie existieren also noch in Legenden. Ob sie nun in GW2 zu sehen sind oder nicht wird eine Überraschung sein.
 
Luna Atra: Wie werden Engineers von den verschiedenen Rasse gesehen?
 
Jeff Grubb: Als erstes möchte ich erwähnen, dass alle Klassen mit allen Rassen spielbar sein werden, auch wenn manche Klassen einfach besser zu bestimmten Rassen passen als andere. Deshalb werden, im Bereich NPCs, einige Klassen bei bestimmten Rassen öfters auftauchen. Menschen Engineers tendieren dazu Erfinder zu sein. Menschen sind die kreativsten der Rassen. Die Charr haben viel Tradition im Bereich des Schmiedens. Dadurch passt der Engineer einfach sehr gut. 
In der Kultur der Asura ist Magie die Technologie. Deshalb passen Engineers eher schlecht zu ihnen. Jedoch ist es durchaus möglich, dass einige vereinzelte Asura an dem Dasein eines Engineers interessiert wären.
Für Norn ist Engineering eher eine lustige Sache, die man machen kann. Sie spielen mit verschiedenen Kombinationen, nur um zu sehen was dabei herauskommt, egal ob es eine riesige Explosion auslösen kann, die halb Tyria vernichten könnte. Jeder Unfall aus dem man wieder lebend herauskommt, ist ein guter Unfall. 
Sylvaris haben nur sehr wenige Engineers. Diejenigen die sich entscheiden einer zu sein, studieren eher die Kreationen anderer Rassen anstatt selber Neues zu erfinden.
 
Luna Atra: Sind die 5 Rassen in Tyria egalitär? Gibt es Gleichberechtigung von Männern und Frauen.
 
Jeff Grubb: Gundlegend sind alle Rassen einigermaßen egalitär. Es gibt sowohl männliche als auch weibliche menschliche Helden. Die Menschen haben zum Beispiel Gwen.
Die Norn unterscheiden nur wenig zwischen Mann und Frau. Kinder werden von einem Elternteil zusammen mit ihren Geschwistern aufgezogen. 
Asura sind nur an Können interessiert, weshalb es wenig Unterschied macht ob es ein weiblicher oder männlicher Asura ist, der etwas erfindet.
Bei den Charr ist es ein wenig komplizierter. In GW1 war die Flame Legion eine strikte Männergesellschaft. Sie verbaten Frauen Kriegerinnen zu werden, was sie weniger wichtig als Männer machte. Das ist der Grund warum man in GW1 keine weiblichen Charr sieht. In den 250 Jahren zwischen GW1 und GW2 hat Kalla Scorchrazor, Pyre Fierceshot’s Enkelin, den Aufstand der weiblichen Charr angeführt.
Letztendlich haben sie gewonnen und die Legion of the Flame besiegt. Seit dem sind Frauen genauso wichtig wie Männer. 
 
Luna Atra: Existiert, trotz des Verschwindens der Zwergen des Stone Summit, immer noch Sklavenhaltung in Tyria?
 
Jeff Grubb: Es gibt keine bestimmte Rasse, die in GW2 als Sklaven angesehen wird. Seit ihrer Befreiung sind die Dredges ein wenig fremdenfeindlich. Sie würden alles tun um nich erneut als Sklaven zu enden.
Jedoch überfallen Piraten die Küsten in der Nähe von Lions Arch. Von Zeit zu Zeit nehmen sie einige Leute gefangen, unabhängig von ihrer Rasse, und machen sie zu Sklaven. Davon abgesehen gibt es keine spezifische Rasse die Sklavenhaltung betreibt. 
 
Luna Atra: Ist es dir freigestellt zu schreiben was du willst, oder hast du bestimmte Guidelines?
 
Jeff Grubb: Das Schreiben der GW2 Geschichte ist nicht die Arbeit von einer Person. Wir haben jede Woche Treffen, an denen wir verschiedenste Dinge diskutieren, wie zum Beispiel die Namen von Golems. Während dieser Meetings, werden alle Ideen gleichbewertet, um eine grundsätzliche Richtung für die GW2 Geschichte zu finden. 
Danach wird jeder Text den wir schreiben, kontrolliert und muss abgesegnet werden bevor er veröffentlicht wird. Ich hab viel Kurzgeschichte getestet, um zu sehen in welche Richtung wir die Geschichte treiben können, dann gingen wir in eine völlig andere Richtung.
Dadurch gibt es viele Geschichten die nicht veröffentlicht werden, weil sie momentan nich zu dem Stand des Spiels passen.
Abgesehen davon können wir eigentlich schreiben was wir wollen.
 


 
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Kommentar
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Narazin am 28.10.2011 - 18:17 - Kommentieren
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cooles interview =)
Ich mag Jeff Grubb. übrigens ist da ein kleiner Fehler in der Zeile: "In den 250 Jahren zwischen GW1 und GW1" da steht zweimal GW1
ansonsten wie immer top und fix =)

King_Dom am 28.10.2011 - 18:32 - Kommentieren
Gravatar Avatar
Danke für den Hinweis.
Ist jetzt berichtigt.

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