Das Warten auf Guild Wars 2 – Eine gute Sache? - Guild Wars 2
01.12.2011 - 10:01 Uhr
von King_Dom in Kolumne
Mit Guild Wars 2 verfolgt ArenaNet eine ganz besondere Strategie der Entwicklung. Schon 2007 und somit an dem wirklichen Start der Entwicklung des Spiels, wurde schon bekannt gegeben, dass sie an der Fortsetzung des erfolgreichen Online RPGs Guild Wars arbeiten.
Seitdem sind nun 4 Jahre vergangen, was schon eine lange Zeit für die Entwicklung eines Spiels ist. In diesen 4 Jahren haben sie jedoch mehr getan, als nur im geheimen ihr Spiel entwickelt.
Anfangs herrschte einige Zeit eine ziemliche Stille über das Spiel selbst. Was jedoch durchaus verständlich ist, da ein Spiel im Anfangsstadium seiner Entwicklung nicht viele Möglichkeiten gibt, Dinge an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Jegliche entwickelte Spielinhalte werden noch viele grundlegende Änderungen unterlaufen und etwas zu zeigen, dass auch im fertigen Spiel sein wird, ist fast unmöglich.
Bei den meisten Spieleentwicklern würde dies bedeuten, dass es keine wirklichen Informationen zu dem Spiel gibt, bis es wirklich kurz vor seinem Release steht.
Doch genau in diesem Punkt handelt ArenaNet anders.
Alle die sich für Guild Wars 2 interessieren, erhalten schon seit Monaten detaillierte Informationen über unzählige Spieleinhalte, die sich noch mitten in der Entwicklung befinden.
Es gibt genaue Informationen über die eigentlichen Abläufe des Designprozesses und Antworten auf die Fragen: Was ist ArenaNets Grundgedanke bei dieser Mechanik? Was gefiel ihnen an anderen Optionen nicht? In welche Richtung soll es sich noch entwickeln? Welche Vorschläge wurden umgesetzt und später doch noch verworfen, weil bessere Ideen entwickelt wurden?
Mit Antworten auf all diese Fragen, kann sich jeder ein relativ gutes Bild über ArenaNets Absichten mit bestimmen Mechaniken und ihre grundlegenden Designphilosophien machen.
Aber warum unterzieht sich ArenaNet nun der Prozedur, halbfertige Spielinhalte der Öffentlichkeit zu zeigen und somit die Pforten für einen Sturm aus Kritik zu öffnen?
Sie machen es weil auch konstruktive Kritik dabei ist. Durch diese Methode haben sie direktes Feedback und mögliche Verbesserungsvorschläge von den zukünftigen Spielern. Sie erweitern damit das Team für die kreative Entwicklung um mehrere tausend Leute aus der Community. Man mag jetzt vielleicht das alte Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ einwerfen, aber ArenaNet sucht sich ja nur die besten Vorschläge und Grundideen heraus.
Ein wesentlicher Punkt bei einer solchen Herangehensweise ist, dass jeder der Designer offen gegenüber der Idee sein muss, seine erarbeiteten Sachen auf Wunsch der Community über den Haufen zu werfen und wieder von Null zu starten.
In einem Interview mit Eric Flannum wird genau dieser Punkt besprochen.
Die Designer arbeiten mit dem Hintergedanken, dass ihnen ihre Designs zwar wichtig sind, sie aber nicht besonders an ihnen hängen sollten. Alles läuft nach dem Prinzip „Was ist das Beste für das Spiel?“
Aufgrund der mehrfachen Überarbeitungen und in manchen Bereichen auch komplette Neuanfänge, ist dann auch die lange Entwicklungszeit zu erklären. Sie arbeiten an Lösungen, die es ermöglichen Elemente in das Spiel einzubringen, welche schon immer Probleme in MMOs gemacht haben oder bisher noch nie umgesetzt wurden. Gerade bei diesen ist es wichtig die eigenen Designs immer wieder aufs Neue zu prüfen, weil man keine Beispiele hat, an denen man sich orientieren kann.
Viele Leute beschweren sich darüber, dass das Spiel schon so „fertig“ aussieht und sie die Leute einfach spielen lassen sollten. Einige Bugs wären immer in Spielen und die könnten ja immer noch im weiteren Verlauf gefixt werden.
Das Problem hierbei ist, dass ein MMO genau eine Chance hat einen bleibenden Eindruck in der Spielewelt zu hinterlassen, und dieser Zeitpunkt ist der Release. Es gibt genügend Beispiele an Spielen, die nicht den Luxus (Zeit und Geld) hatten alle Probleme noch einmal zu überarbeiten und deshalb ein halbfertiges Spiel veröffentlichen mussten. Der Verlauf dieser Spiele war leider nicht, dass sie nach dem Ausarbeiten der Probleme eine riesen Community aufgebaut haben. Wenn ein Spiel nicht mit dem ursprünglichen Eindruck überzeugt, machen sich ein Großteil der Spieler ein bleibendes Bild über dieses Spiel und rühren es nie wieder an. Dieses Schicksal hatten zum Beispiel Spiele wie Age of Conan und Warhammer. Damit Guild Wars 2 nicht dasselbe Schicksal erleidet, nehmen sie sich die Zeit ihr Spiel in einer Zusammenarbeit mit der Community zu überarbeiten.
Ich persönlich fiebere auch dem Erscheinen von GW2 entgegen und werde mich bestimmt auch noch das ein oder andere Mal, inmitten einer Diskussion darüber beschweren dass es so lange dauert. Jedoch ziehe ich es definitiv vor, dass sie ein Spiel herausbringen welches mit Qualität überzeugt und somit ein Erfolg wird. Dadurch kann auch eine qualitativ hochwertige Community entstehen, was in einem MMO einfach einer der wichtigsten Aspekte ist.
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