21.01.2012 - 16:18 Uhr
von Survivor in News
Viele der Leute, die solche Sprüche fallen lassen, würde sich vermutlich sehr wundern, wenn sie der Gnomenmagierin Marthazon der US-Gilde
In einem Interview mit dem WOW-Insider beschrieb die Dame nun vor kurzem ihren Alltag in WOW. Dabei beschreibt sie einen Werdegang, den ich persönlich für durchaus exemplarisch für viele WOW-Spieler halte, unabhängig von ihrem Alter. So fand Marthazon zu WOW, weil ihre 33-jährige Tochter, die bereits selbst WOW spielte, der Meinung war, dass ihr das Spiel gefallen würde, da Marthazon schon immer eine Vorliebe für Fantasyliteratur und -bücher hatte.
Auch ihr "Aufstieg" zum Gildenleiter war ein eher typisches Szenario: Der alte Raidleiter musste wegen zuviel Stress im Real Life mit World of Warcraft aufhören, und so rückte Marthazon nach und strukturierte den Raid um. Sie verteilte sogar ihre Telefonnummern, um immer schnell benachrichtigt werden zu können, wenn jemand unerwartet nicht zum Raid erscheinen können würde, und aktualisierte jeden Morgen als erstes die Raidplanung. Als Dank für ihre Arbeit "schenkte" ihr die Gilde, die zum Zeitpunkt des Interviews vor'm 25er Ultraxion sowie Todesschwinges Rückgrat im 10er stand, dann nach eigenen Angaben den legendären Drachenzorn.
Trotz des Raidens vernachlässigt sie jedoch keineswegs ihren Mann (der mit seinen 72 Jahren der älteste Spieler der Gilde ist), der ebenfalls WOW spielt und mit welchem sie wegen seiner Abneigung gegen das Raiden dann Dailies macht und farmt. Außerdem pflegt sie auch andere Hobbies neben WOW, so beschäftigt sie sich intensiv mit Genealogie (Ahnenforschung).
Interessant vor allem für Angehörige meiner Generation, die mit Internet und Computer(spielen) aufgewachsen ist, dürfte sein, dass Marthazon trotz ihres gehobenen Alters von sich selbst auch sagt, dass sie schon lange mit Computern zu tun hatte, und WOW keineswegs ihre erste Erfahrung mit moderner Technik war. Dennoch gibt es nach ihren Angaben durchaus Situationen, in denen sie eine gewisse Generationskluft bemerkt; so war sie beispielweise sehr überrascht festzustellen, dass keineswegs alle weiblichen Avatare auch von Frauen gespielt werden.
Das ist meines Empfindens nach aber auch der einzige Aspekt, der sie ein wenig von den meisten anderen WOW-Spielern unterscheiden könnte, denn ihre Begründung, wieso sie WOW spielt ist eine, die ich selbst gerne benutze wenn ich entweder erklären "muss", wieso 12 Euro im Monat nicht zuviel Geld für ein Computerspiel sind oder wieso ich ein MMO spiele anstatt Hobby X oder Y nachzugehen: World of Warcraft bietet viel Unterhaltung für verhältnismäßig wenig Geld und bietet dennoch im Gegensatz zum Fernsehen die Möglichkeit, selbst zu agieren und nicht nur zu konsumieren. Außerdem ist es, wie Marthazon sagt, unabhängig von Faktoren wie Verkehrslage und Wetter und man muss nicht zusätzlich Tickets oder ähnliches erstehen.
Wenngleich ich im Vergleich zu Marthazon ein junger Hüpfer sein mag, so kann ich wie gesagt viel von dem, was sie schildert gut nachvollziehen. Erkennt Ihr Euch auch ein wenig in ihren Schilderungen wieder? Oder seid Ihr der Meinung, dass sie irgendwie doch ganz anders ist als die WOW-Spieler, die Ihr so kennt? Ich bin auf Eure Meinungen gespannt!






