GW2: Die Diskussion über das Endgame - Guild Wars 2
31.01.2012 - 16:00 Uhr
von King_Dom in Kolumne
Inspiriert von dem Artikel „We don’t need no stinkin‘ endgame“ aus der Reihe der Flameseeker Chronicles, möchte ich mich in dieser Kolumne mit dem Thema Endgame, sowie der allgemeinen Bildung von Vorurteilen über Guild Wars 2 beschäftigen.
Eine der weit verbreiteten Annahmen über Guild Wars 2 ist, dass es ein reines oder zumindest überwiegend PvP orientiertes Spiel ist. Hierbei stellt sich die Frage „Wie ist diese Annahme entstanden?“ Gehen wir einmal von dem eher schlecht informierten und selbsternannten MMO-Experten aus. Dieser wird mit großer Wahrscheinlichkeit behaupten, dass es in GW2, abgesehen von PvP keinen Content gibt und er das Spiel, weil er PvE’ler ist, von Beginn an aufgrund dieses „Fakts“ ignoriert.
Diese Einstellung resultiert vermutlich aus einer der folgenden 2 Gründe.
Zum einen kann es sein, dass dieser Spieler direkt von GW1 auf GW2 schließt. Das sind für mich persönlich, die Leute die mich dazu bringen in meine Tastatur zu beißen. Ich selbst bin ehemaliger WoW Spieler und habe mich, bis ich es aus Interesse an der Lore gespielt hab, absolut nicht mit Guild Wars beschäftigt. Die allgemeinen Vorurteile, die ein WoW-Spieler über Guild Wars hat, sind mir nur zu gut bekannt, weshalb ich es sehr schade finde, wenn diese direkt auf den Nachfolger übertragen werden. Zum einen einfach, weil die meisten der Vorurteile – wie man durch meine Betitelung dieser schon erahnen vermag – selbst in GW1 nicht wahr sind, aber auch vor allem, weil die beiden Spiele für mich so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht.
Guild Wars 2 nicht Guild Wars 2

Im Laufe meines Lore-Streitzuges habe ich schon die ein oder anderen Stunden mit Guild Wars verbracht und muss leider sagen, dass ich mich, trotz des an sich schönen PvP Systems, nicht so richtig mit dem Spiel anfreunden kann, weil mir die Kontrollen einfach zu schwammig sind. Besonders mein eigenes Missbefinden gegenüber einigen Aspekten von GW1 führt dazu, dass ich immer mal wieder eine Shift-Taste mittels Zahnstocher entfernen muss.
Natürlich hat ArenaNet in GW2 einige gute Sachen des Vorgängers (Ja, sie existieren) übernommen, aber genau das haben sie auch mit einer Vielzahl an anderen Spielen getan. Zum Beispiel die knackige Steuerung ist ein Anspruch, den die meisten erst aus WoW anerzogen bekommen haben. Diese ist laut vielen Personen, die es schon getestet haben, auch definitiv in GW2 vorhanden. Genau das ist der Schlüssel zu einem guten Spiel. Die besten Sachen aus anderen Spielen kombinieren und hier und da noch seine eigenen Innovationen in den Mix schmeißen. Man muss aus den Fehlern und Erfolgen seiner Konkurrenz lernen, wenn man eine Chance auf dem Spielemarkt haben will. Denselben Prozess hat auch WoW durchlaufen. Es wird oft als der unzerbrechliche Status Quo der MMO Szene gesehen und jeder der ähnliche Elemente in seinem Spiel hat, wird als WoW Klon betitelt. Jedoch hat es Blizzard nicht anders gemacht. Sie haben die besten Elemente aus anderen Spielen, wie zum Beispiel Everquest und Dark Age of Camelot, in einem kombiniert.
Guild Wars 2 nicht Guild Wars 2

Im Laufe meines Lore-Streitzuges habe ich schon die ein oder anderen Stunden mit Guild Wars verbracht und muss leider sagen, dass ich mich, trotz des an sich schönen PvP Systems, nicht so richtig mit dem Spiel anfreunden kann, weil mir die Kontrollen einfach zu schwammig sind. Besonders mein eigenes Missbefinden gegenüber einigen Aspekten von GW1 führt dazu, dass ich immer mal wieder eine Shift-Taste mittels Zahnstocher entfernen muss.
Natürlich hat ArenaNet in GW2 einige gute Sachen des Vorgängers (Ja, sie existieren) übernommen, aber genau das haben sie auch mit einer Vielzahl an anderen Spielen getan. Zum Beispiel die knackige Steuerung ist ein Anspruch, den die meisten erst aus WoW anerzogen bekommen haben. Diese ist laut vielen Personen, die es schon getestet haben, auch definitiv in GW2 vorhanden. Genau das ist der Schlüssel zu einem guten Spiel. Die besten Sachen aus anderen Spielen kombinieren und hier und da noch seine eigenen Innovationen in den Mix schmeißen. Man muss aus den Fehlern und Erfolgen seiner Konkurrenz lernen, wenn man eine Chance auf dem Spielemarkt haben will. Denselben Prozess hat auch WoW durchlaufen. Es wird oft als der unzerbrechliche Status Quo der MMO Szene gesehen und jeder der ähnliche Elemente in seinem Spiel hat, wird als WoW Klon betitelt. Jedoch hat es Blizzard nicht anders gemacht. Sie haben die besten Elemente aus anderen Spielen, wie zum Beispiel Everquest und Dark Age of Camelot, in einem kombiniert.
Meiner Meinung nach ist das einzige was GW 1&2 wirklich verbindet, die ohne Frage wunderschöne Lore und jedem, der seine Annahmen direkt von einem aufs andere überträgt, kann ich nur empfehlen sich vielleicht doch noch einmal genauer zu informieren.
Der zweite Grund ist einfach eine verfälschte Definition von PvE-Content in einem glorreichen Zusammenspiel mit der weit verbreiteten negativen Einstellung gegenüber dem Level-Prozess. Ein Spiel wird zum Großteil an seinem „Endgame Content“ bewertet. Dieser ist der Teil eines Spiels der die Langzeitmotivation bieten soll. Es hat sich einfach über die Jahre eine eher negative Einstellung zum Level-Prozess etabliert, in der es einfach nur als eine Hürde gesehen wird, die einen von dem „richtigen“ Spiel abhält. Uns wurde im Laufe der Jahre beigebracht, dass der wirklich gute Kram erst am Ende kommt- also sollte man sich dabei beeilen, den Rest möglichst schnell zu bewältigen. Genau an diesem Punkt möchte ich ArenaNet Entwickler Jon Peters zitieren: „Ihr bezahlt uns für Guild Wars 2. Wir werden euch nicht durch einen Haufen Müll kämpfen lassen, bevor ihr bekommt wofür ihr bezahlt habt. Ihr bekommt von Anfang an das was ihr auch haben wollt.“
Diese Aussage stellt eigentlich schon dar, was ich euch mit dem zweiten Teil dieses Textes sagen möchte. Guild Wars 2 bietet einem das sogenannte „Endgame“ von der ersten Sekunde an.
Das Problem hierbei ist nur „Was der MMO’ler nicht kennt, das spielt er nicht.“ Viele werden wahrscheinlich befürchten, dass ihnen, wenn sie kein PvP wollen, einfach die Langzeitmotivation fehlt. Diese Angst ist auch durchaus berechtigt, wenn man GW2 wie ein normales Standard MMO sieht, aber genau da liegt der Fehler. Es ist in den meisten Aspekten einfach etwas völlig Neues. Man kann es in meinen Augen wirklich so sehen, als würde das Endgame mit dem ersten Log In beginnen. Kein ewiges Leveln, bevor man in das PvP einsteigen kann. Man betritt eine Welt, in der sich Sachen verändern, ob durch eigene Taten oder die der anderen. Also kann man, selbst wenn man ein Gebiet schon einmal durchquert hat, zurückkehren und ein komplett neues Abenteuer erleben. Wenn ihr jetzt denkt, dass man dann ja zu hoch im Level wäre, kommt das Side-Kick System ins Spiel. Sobald man ein Gebiet betritt, das eigentlich für eine geringere Stufe gedacht ist, wird man für die Zeit auf ein angemessenes Level gesetzt. So kann einem ein Gebiet mit dem gleichen Charakter immer wieder neuen Content bieten. Man spielt Guild Wars 2 für das Erlebnis in der offenen Welt, und kämpft nicht durch diese hindurch, um später Spaß zu haben. Es gibt von Anfang an die Möglichkeit epische Kämpfe mit bis zu hundert, oder im World vs World sogar mit bis zu 500 Spielern, zu bestreiten. Solche Kämpfe und diese auch noch von Beginn an, zeigen erst die wahre Bedeutung von Massively Multiplayer Onlinegame.


Besonders die Instanzierung von Guild Wars ist ein Punkt, den viele Leute kritisieren, aber was bringt einem eine offene Welt, wenn man sie nur durchquert, um letztendlich zu dem instanzierten Content zu kommen? Man kann es nicht bestreiten, dass WoW mit Cataclysm einen enormen Fortschritt bei der Überarbeitung des Level-Bereichs gemacht hat, jedoch ist es bei den meisten Spielern noch immer weit davon entfernt, als eigentlicher Inhalt des Spiels betrachtet zu werden. Guild Wars 2 bricht in diesem Fall die etablierte Regel, den Level-Bereich vom Endgame zu trennen.
Natürlich ist GW2 ein wenig anders als andere Spiele, aber warum sollte man auch immer wieder für den gleichen Kram in einer neuen funkelnden Verpackung bezahlen? Es wird viele Spieler abschrecken, die an das alte MMO System gewöhnt sind. Man kann es aber nie jedem recht machen und es ist einfach an der Zeit, dass ein Spiel kommt, das den Spielern die Möglichkeit gibt, zumindest etwas Neues auszuprobieren. Spieleentwickler des MMO Bereichs ruhen sich schon viel zu lange darauf aus, eine altbewerte Methode immer und immer wieder aufs Neue hübsch zu verzieren. Bisher wurde das Wasser nur mit den Zehnspitzen getestet, aber jetzt kommt ArenaNet und macht eine metaphorische Arschbombe.
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