Todesdrohungen und Hausüberwachung - Das Leben als Game Designer

Wie das Leben als bekannter Entwickler eines Videospiels sein kann, beschrieb der altbekannte Greg "Ghostcrawler" Street in einem neuen Blogeintrag. Und es ist nicht nur cooles Arbeiten in der Firma ...

Veröffentlichung
am 06.01.2017 - 13:38
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Eine ziemlich reißerische Überschrift, das stimmt wohl. Aber sie passt einfach dazu, worum es in diesem kurzen Artikel geht. Ausgangspunkt ist ein Blogeintrag vom altbekannten Greg "Ghostcrawler" Street auf seiner Tumblr-Seite "Ask Ghostcrawler". Falls jemand Greg nicht kennen sollte, er war bis 2013 der Lead System Designer von World of Warcraft. Doch viel wichtiger: er war lange der Entwickler, der sich vor allem auf Twitter mit Fragen der Community auseinandersetzt und auch für die offizielle Blogpost-Reihe "Dev Watercooler" des Öfteren im Fokus stand. Somit stellte er das komplette Entwicklerteam in vielen Aspekten in der Öffentlichkeit dar. 

In seinem neuesten Blogeintrag geht es um das Thema, ob man als Entwickler, der das "Gesicht des Spiels" ist, ein hartes Fell haben muss. Diese Frage stellte nämlich ein Gamer, nachdem es auf dem Hearthstone-Reddit eine größere Diskussion gab, wieso die Hauptentwickler nicht mehr "Dev Insights" machen. Hearthstones Game Director Ben Brode schrieb dazu, dass man sich dadurch einfach zu einer Zielscheibe der Community macht. Und falls man sich darauf einlässt, braucht man ein dickes Fell. Schließlich bekommt man von allen Seiten Lob, aber vor allem auch Kritk, wenn man "der" Ansprechpartner ist, da viele Spieler einfach denken, dass die Person für alles verantwortlich ist.

Welche Ausmaße dies annehmen kann, beschrieb Ghostcrawler im besagten Blogeintrag. So schrieb er, dass er in seiner Zeit als "Gesicht" von World of Warcraft seltsame Telefonanrufe mitten in der Nacht bekommen hat. Er bekam Todesdrohungen. Die Blizzard Security hat sein Haus überwacht. Andere Designer, die er kennt, arbeiteten mit dem FBI zusammen, um Bedrohungen abzuwehren. Ebenfalls schrieb Greg, dass er ein "upper class, straight and white dude" ist. Er kennt andere Entwickler, die das nicht sind und noch schlimmeres erleben. 

Und genau das ist ziemlich unverständlich, denn es gibt keinen Grund dafür. Entwickler und Spieler lieben Spiele und mit bestimmten Designentscheidungen will man ja auch nichts Böses tun. Und wenn es doch mal wichtiges Feedback gibt, sollte es professionell gegeben werden. Als Schüler und Arbeiter geht man schließlich auch (meist) normal mit Lehrern oder Vorgesetzten/Mitarbeitern um und lässt sie sich nicht um ihr Leben fürchten. Entwickler sollten den selben Respekt bekommen, auch wenn das Internet durch seine Anonymität dazu verführt, mal weniger respektvoll zu sein. 
 
Blogpost von Ghostcrawler

I don’t think you can be a good game designer if you have thin skin. You have to subject your ideas to the crucible of review, whether that happens internally or after players see your design.

I do think you can be a good game designer if you have thick skin, but don’t have thick enough skin to open yourself up to direct communication with players. Some of my favorite games have been made by people that can barely stand to have a conversation with other humans, let alone open themselves up to the internet.

But if you’re going to go that route, you just have to be really, really good at what you do. You need a purity of vision or an ability to foresee problems that just isn’t that common in developers. I don’t have that. Way back at Ensemble, when we weren’t sure if design A or design B made more sense, I said “Let’s just ask players what they think.” 

You don’t have to ask up front. You can launch a feature, monitor the response, and then iterate on that feature. But you have to get that feedback at some point. Lead Champion Designer Riot Scruffy the other day said something like “Even when you’ve really thought about it, tested and iterated, your chance of nailing a great design is about 70%. So you have to be prepared to iterate based on player feedback. You have to leave time for the follow-up work.” 

(I also don’t mean to imply that asking players on Reddit or forums is the only way we gather feedback.)

Now, I don’t subscribe to the idea that players should just be able to say whatever the hell they want to, and developers should just suck it up because that’s their job. I value communication, and communication is easier if you treat each other like human beings. But I also recognize that players get emotional or frustrated, and I recognize that the power dynamic between passionate player and developer who just doesn’t get it can exacerbate that frustration.

But there are limits.

I don’t block a lot of players on Twitter, but I do block them. I don’t answer stupidly rude questions, except to make a point of the fact that they aren’t going to actually bring me to tears. Sorry.

I’ve had weird phone calls in the middle of the night. I’ve had death threats. I’ve had Blizzard security offer to monitor my house. I’ve had designers who had to work with the FBI on threats. I’m also an upper class, straight, white dude, and I know developers who aren’t who have gotten much, much worse from players. There’s no reason for that. We all love games. That already gives us a lot in common.

I try and remind players all the time that your communication is going to be more effective if you’re professional about it, because then you’re actually talking about the problem and not venting about how neglected you feel. If you have a job or go to school, you probably have coworkers or teachers you disagree with that you still have to treat like human beings. Developers deserve the same respect. I know it might score you internet points to attack someone in an over the top matter. You’re better than that. Resist the urge.

Andi

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Feyernood - Mitglied
Das liest sie schon ziemlich schlimm, aber das liegt auch am allgemeinen Reaktionslevel der deutschen.
Die normale Reaktion als Deutscher ist, man motzt, man mault, heult sich bei dritten aus oder schreibt maximal dein fiesen Flame, dass das alles Mist ist.

Die Amis hingegen, fangen da erst an und steigern sich bis zu Nachrichten die mit "...danach richtete er die Waffe auf sich selbst "

was für den Rest der Welt halt vollkommen schwachsinnig erscheint, ist da normal 
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cyrusmc - Mitglied
Das geht natürlich zu weit, aber aktuell kann ich verstehen wenn man Hass auf die Devs schiebt. Monatelang haben sie tonnenweise feedback ignoriert und uns ins Gesicht gelogen (Talente die jeder benutzt werden baseline) und stattdessen Klassen reworked die es nicht brauchten/wollten (prot warri)
Das ist ne Schande, weil das addon eigentlich sehr gut ist, die Raids sind klasse bisher. Aber mit 7.1.5 werden die spielerzahlen dramatisch absinken weil die Class Devs scheinbar inkompetent sind. 
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VeriteGolem - Mitglied
Ja das hören wir seit 12 Jahren. Und trotzdem hört ihr nicht auf sondern rerollt eben ne andere Klasse die grade abgeht.

Was das Gestalke angeht. Typen die sowas machen sind einfach nur armseelig und brauchen dringend professionelle Hilfe. Es sind nur Spiele. Dachte die Zeit der krassen Obernerds in WoW sind vorbei. Typen die ihre Jungfräulichkeit für nen Epic Mount verscherbeln....

Wenn man manchmal hört wie einfach manche Leute anderen mit dem Tod drohen....und dann im Gerichtssaal wird gestammelt "War doch nicht so gemeint". Ab in den Knast, da können diese Freaks schön nen kalten Entzug vom Computer machen.
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Ssar - Mitglied
Mit deinem letzten Absatz hast du natürlich recht. Aber wie im Leben gibt es neben den normalen Spielern auch die Extremisten. Die alles verurteilen, was ihre Belange stört und auch bereit sind zu extremen Aktionen. Da kann man meist nur mit dem Kopf schütteln und sich fragen, was da in deren Leben schiefgelaufen ist.
Aber eins ist zu beobachten. Vielleicht bedingt durch die Anonymität ist das Miteinander im Internet im Laufe der letzten Jahre viel rauer geworden.
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Teldrias - Mitglied
Es ist das Internet, von daher braucht man das ganze nicht zuuuu sehr aufzubauschen. Ich will eine im Internet halbwegs bekannte Persönlichkeit sehen die noch keine Todesdrohungen bekommen haben. Selbst die meisten halbwegs bekannten Youtuber bekommen regelmäßig Drohungen und in beinahe allen Fällen ist das ganze eher harmloses Trolling. 
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VeriteGolem - Mitglied
@Teldrias: Und das machts jetzt besser oder was? Wenn du solche Drohungen kriegen würdest, könntest du ruhig schlafen oder würdest du nachts wach liegen mit dem Gedanken "und wenn doch einer dabei ist ders ernst meint? Vielleicht steht der gerade vorm Haus in dem meine Kinder schlafen?".

Wird vielleicht Zeit das im Netz mal richtig hart durchgegriffen wird, und damit mein ich keine Zensur.
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