Unser Interview mit Matt Goss und Patrick Dawson vom BfA Media Event

Patrick Dawson und Matt Goss sind zwei langjährige und ambitionierte World of Warcraft Entwickler sowie selbst Spieler und wir hatten die Chance ihnen einige Fragen auf dem Media Event für Battle for Azeroth zu stellen!

Veröffentlichung
am 05.04.2018 - 15:04
1
Persönliche Gespräche mit den Entwicklern sind immer eine gute Möglichkeit, um an ein paar weitere und detaillierte Informationen heranzukommen. Auch wir hatten die Möglich während des Battle for Azeroth Media Events in Irvine zwei Mitarbeiter aus dem World of Warcraft Team zu befragen. Dabei handelte es sich um Game Designer Matt Goss und dem Technical Director Patrick Dawson. Zwei sehr nette Jungs, die auch zu jeder Frage etwas zu sagen hatten. Die Interviewzeit teilten wir uns mit dem französischen Streamer Tonton und es gab einige spannende Neuigkeiten. Folgend findet ihr eine entsprechende Zusammenfassung.


Zusammenfassung des Interviews

  • Es gab nun die eigene Farm, die eigene Garnison und in Legion die Klassenhallen. Alles Systeme, die aufeinander aufgebaut haben. Mit Battle for Azeroth gibt es keine Neuheit in diesem Bereich, denn es gibt sehr viele Features und Systeme in World of Warcraft, die die Entwickler ständig weiterentwickeln wollen. Dieses Mal haben sie deshalb andere Aspekte ins Auge gefasst. Schiffe für Spieler wären natürlich eine tolle Sache und hätten sehr gut in Battle for Azeroth hineingepasst, da stimmen die Entwickler zu.
     
  • Die Entwickler sind sich bewusst, dass es im Bereich der Hardcore-Raidgilden ein großes Ungleichgewicht zwischen Horde und Allianz gibt. So existieren sehr viel mehr Gilden auf Seite der Horde. Ein Söldner-System, wie im PvP, wodurch es möglich wäre Raids mit Allianz- und Horde-Spielern in einer Gruppe zu besuchen, ist nicht geplant. Es soll weiterhin zwei Seiten geben und nicht nur eine große Liste mit allen Gilden. Doch sie haben Ideen, wie sie das Problem angehen können, wollen darüber aktuell aber noch nicht sprechen.
     
  • Die Verbündeten Völker sollen in erster Linie die Geschichte im Spiel gut ergänzen. Sie bringen auch wieder viele neue passive sowie aktive Volksfähigkeiten mit sich, aber die Entwickler versuchen nicht, mit diesen Effekten ein besseres Gleichgewicht zwischen Horde und Allianz einzubringen. Die Volksfähigkeiten werden an Hand der Fantasie, passend zur Rasse, entworfen und entsprechend gebalanced. Generell haben die Entwickler immer ein Auge auf die Passives und falls es nötig ist sie anzupassen, tun sie das auch. Denn natürlich sollte man nicht dazu gezwungen werden, ein bestimmtes Volk zu spielen, nur weil dieses bessere Volksfähigkeiten hat.
     
  • Die Entwickler haben bisher nicht darüber nachgedacht etwas wie ein Sub-Class-System einzuführen, damit die Lore von bestimmten Völkern besser zu den auswählbaren Klassen passt. Zum Beispiel für die Zandalaritroll-Druiden oder Druiden der Menschen von Kul Tiras. Während man auf Zandalar und Kul Tiras questet, erfährt man einiges über die Lore dieser Druiden und dass sie eben anders sind, als z.B. die Druiden der Nachtelfen und Tauren.
     
  • Speziell bei den neuen Druidenformen der Zandalaritroll-Druiden und Druiden der Menschen von Kul Tiras geht es vor allem um Customization, Es ist eben einfach cool diese neuen speziellen Formen zu haben. Generell versuchen die Entwickler bei allen Klassen immer wieder einige Highlights einzubringen. Aber vor allem bei den Formen der Druiden ist dies wichtig, denn an ihnen wird eben keine Ausrüstung dargestellt und durch viele verschiedene Variationen bei den Gestalten, bringt man zumindest etwas Abwechslung rein.
     
  • Für alle Bosse in Dungeons und Raids werden verschiedene Tests gemacht. Unter anderem auch ein Performance-Test. 30 interne Tester kämpfen also gegen einen Boss und dabei laufen diverse Analyse-Tools. Dadurch kann man sehr gut sehen, bei welchem Setup wo genau die Performance kurze Zeit oder auch für einen längeren Zeitraum einbricht. Manchmal gibt es einfach ein Problem mit dem Code, manchmal sind Animationen zu schlecht optimiert und so weiter. Die Entwickler versuchen immer alles so gut es geht zu optimieren, damit wir Spieler dann zu Hause keine Probleme haben, Doch das klappt eventuell nicht immer. Spezielle Computer-Setups bringen eventuell unerwartete Probleme mit sich.
     
  • Kleinere Raids, wie z.B. die Prüfung der Tapferkeit, sind eine tolle Möglichkeit, um Spielern eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit zwischen zwei großen Raids zu geben. Und das Feedback dazu ist auch sehr gut. Die Entwickler planen allerdings diese kleineren Schlachtzüge nicht fest ein, wie es mit den großen Raids der Fall ist. Falls es eine Story gibt, die durch einen Raid beendet werden kann, wie z.B. die mit Odyn und Helia, dann kann man dies auch umsetzen. Bisher steht nicht fest, ob es so etwas auch wieder in Battle for Azeroth geben wird. Aber es wäre auf jeden Fall vorstellbar, denn auch kleine Raids bringen einiges an Spaß mit sich.
     
  • Die Entwickler geben zu, dass diese wirklich riesigen Zahlen im Bereich der Artefaktmacht auf jeden Fall übertrieben waren. Mit Battle for Azeroth und dem Azerit wird es auf jeden Fall nicht so ausarten. Man hat viel gelernt in Legion und auch viel ausprobiert. Auch was die Wichtigkeit für die Spieler anging, Artefaktmacht zu farmen, Mit Patch 7.3 war das System relativ gut und die Entwicklern waren zufrieden damit.
     
  • Das Herz von Azeroth wird für jeden Spec des gespielten Charakters das gleiche Level beibehalten. Für Spieler, die also gerne zwischen Ausrichtungen wechseln, wird es keine Probleme geben, wie vor allem am Anfang von Legion.
     
  • Falls die Inselerkundungen sehr gut ankommen bei den Spielern, könnte es auch sein, dass man wie im Bereich der Dungeons und Raids ein wenig auf die Progress-Schienen aufspringt. So etwas wie Zeitrennen und ähnliches. Aber dafür gibt es noch keine Pläne. Erst einmal muss das Feedback der Spieler analysiert werden, wenn Battle for Azeroth erschienen ist.
     
  • Die Belohnungsstrukturen für Battle for Azeroth stehen noch nicht zu 100% und die Entwickler versuchen immer passende Belohnungen für Inhalte einzubringen, je nachdem wer diese Inhalte spielt. Bezüglich der Inselerkundungen, diese werden weiterhin der Inhalt sein, wodurch man am meisten Azerit bekommt, um das Herz von Azeroth zu verstärken. Aber die Entwickler überlegen aktuell noch, was es noch für Belohnungen geben könnte. Es gibt viele verschiedene Inseln mit vielen verschiedenen Kulturen, die man dort antrifft. Es wäre also schon logisch, wenn man dort thematisch passende Sachen, wie Transmog-Items, Haustiere, Reittiere und ähnliches kriegen kann.
     
  • Die Boni der Azerit-Ausrüstung richten sich immer nach dem Content, wo das Ausrüstungsteil herkommt. So gibt es spezielle Boni, die es nur auf Ausrüstung in Dungeons gibt und spezielle Boni, die es nur auf Ausrüstung in Raids gibt. Zudem sollen sie auch thematisch zu den Inhalten passen. Also es gibt je nach Dungeon auch noch einmal einige unterschiedliche Boni. So wäre es möglich, dass im Freihafen Boni auftauchen, die ein Piraten-Flair haben.
     
  • Durch das neue soziale Feature der Communities soll es für die Spieler noch einfacher werden mit anderen Spielern, die die gleichen Interessen haben, in Kontakt zu bleiben. Dadurch könnte es noch mehr Möglichkeiten geben, um Raids sowie Gruppe für mythisch-plus Dungeons zu finden, falls man keine feste Gruppe durch eine Gilde oder Freunde hat.
     
  • Auch in Battle for Azeroth wird es wieder neue Geheimnisse geben, die die Rätsler in World of Warcraft Community lösen können, um schicke Belohnungen zu bekommen. Und auch kleinere Inhalte, wie die Falkosaurier-Invasionen oder die Postmeister-Questreihe in Dalaran sind geplant. Viele Entwickler lieben diesen Content und würden ihn am liebsten die ganze Zeit produzieren.
     
  • Die Companion-App von Legion war eine tolle Möglichkeit für die Spieler auch ohne das richtige Spiel mit World of Warcraft in Verbindung zu bleiben und einen Fortschritt zu erzielen. Die Entwickler finden, dass dies eine super Sache ist. Bisher gab es keine Gespräche darüber, ob es so etwas in Battle for Azeroth auch geben wird, aber es spricht erst einmal nichts dagegen.
     
  • Uldir ist auf jeden Fall mit seinen 8 Bossen der erste Raid in Battle for Azeroth. Doch die Raidstruktur wird ähnlich aussehen, wie in Legion. Uldir ist also das Pendant zum Smaragdgrünen Alptraum und dann wird es noch ein Pendant zur Nachtfestung geben. Was genau das sein wird, ist unklar.
     
    • Anmerkung: Eventuell ist dies dann der Raid mit Azshara als Endboss. Anders als in Legion wissen wir darüber bisher aber noch gar nichts. Mal sehen, ob man während der Testphase noch mehr darüber erfahren wird oder ob der ganze Raid erst mit Patch 8.1 implementiert wird.
       
  • Den Entwicklern selbst war es gar nicht bewusst, dass die meisten Patches in Legion immer genau nach 77 Tagen erschienen. Als sie diese Rechnung selbst auf Reddit sahen, waren sie überrascht. Ihr Plan war es einfach nur sehr schnell neuen Content zu liefern. Das dadraus ein erkennbares Muster entstand, war nur ein zufälliger Nebeneffekt.
     
  • Generell sind die Entwickler sehr zufrieden mit dem Patchzyklus in Legion und sie finden, dass es auch gut ist, dass nun zum Ende der Erweiterung auch längere Zeit keine neuen Inhalte kommen. Denn vor allem mit Legion gab es sehr viele Inhalte, die viele Spieler gar nicht machen konnten, da auf einmal schon das nächste Update erschien. Nun ist die perfekte Zeit, um all das nachzuholen. Und speziell die Verbündeten Völker mit ihrer Traditionsausrüstung bieten natürlich einiges an Spielzeit.
     
  • Die Levelphase ist ein wichtiger Aspekt in World of Warcraft, da man durch diese die Spielwelt kennenlernt. Die Anpassungen in Patch 7.3.5 waren die erste größere Änderung von den Entwicklern, um das ganze Erlebnis zu verbessern. Danach wurden noch einige Anpassungen gemacht und es wird auch in Zukunft noch welche geben. Vor allem durch die neuen Verbündeten Völker haben die Spieler natürlich einen noch sehr viel höheren Anreiz einen neuen Charakter zu leveln.
     
  • Die Entwickler sind sich bewusst, dass viele Spieler sich eine etwas schwerere Levelphase wünschen. Oder eher gesagt eine etwas herausfordernde. Eine Art von mythischem oder heroischen Modus für die Levelphase wäre eine interessante Idee. Zwar haben die Entwickler über so etwas noch nie gesprochen, aber sie wissen, dass es so etwas in anderen Spielen gibt. Also es wäre eine Möglichkeit.
     
  • Matt und Patrick stehen beide weiterhin 100% hinter World of Warcraft. Sie lieben es und es macht ihnen unglaublich viel Spaß das Spiel weiterzuentwickeln und es vor allem selbst zu spielen. Beide Entwickler sind in Raidgilden, sammeln Erfolge, Haustiere sowie Mounts und haben auch nicht das Gefühl, dass es langweilig wird. Patrick z.B. hat bereits 500 Tage Spielzeit auf seinem privaten Account. Es gibt viele Spieler, die kritisches Feedback posten, aber das ist auch wichtig, denn nur so kann das Spiel besser werden. Die Entwickler denken sich nicht „Oh mein Gott, so viel Kritik“, sondern sie freuen sich darüber, denn nur dadurch kann sich World of Warcraft positiv entwickeln.
Andi

Schreibe einen Kommentar

Du darfst keine Kommentare schreiben
Nur Mitglieder auf Vanion.eu können Kommentare schreiben und beantworten, sowie Votes abgeben. Logge dich also ein oder erstelle dir jetzt einen Account. Hat schließlich keine Nachteile. Zumindest keine, die wir kennen würden. Einfach unten rechts auf "Registrierung" drücken.
Ryukatsu - Mitglied

 Eine Art von mythischem oder heroischen Modus für die Levelphase wäre eine interessante Idee. Zwar haben die Entwickler über so etwas noch nie gesprochen, aber sie wissen, dass es so etwas in anderen Spielen gibt.

Ach was. Schön, dass die Entwickler von WoW auch Diablo kennen! :D
0
1