19. Januar 2019 - 09:59 Uhr

Classic Interview der Computer Bild mit Brian Birmingham & Omar Gonzalez

Auch wenn World of Warcraft: Classic bereits im Sommer diesen Jahres erscheinen soll, hört man von der Entwicklung weiterhin eher wenig. Zuletzt gab es allerlei Informationen auf der BlizzCon 2018, wie z.B. die Tatsache, dass es einen Content-Zeitplan geben wird. Doch nun heißt es wieder warten. Eine kleine Freude können wir den Classic-Fans jedoch heute machen, denn es gab ein Interview von der deutschen Computer BILD mit den beiden Entwicklern Lead Software Engineer Brian Birmingham und Senior Software Engineer Omar Gonzalez. Beide arbeiten derzeit mit am Projekt Classic und im Interview ging es vor allem um die Frage, weshalb Spieler ein 15 Jahre altes Game spielen wollen. Wir haben bereits in der letzten Ausgabe des Tavern Talks über ein paar Aussagen des Interviews gesprochen, heute gibt es die komplette Zusammenfassung!


Die interessantesten Infos aus dem Interview

  • Das was Classic vor allem bietet ist die Erkundung einer unbekannten und feindlichen Welt, wodurch auch die soziale Interaktion der Spieler miteinander gefördert wird. In Vanilla waren selbst Aufgaben, die im modernen WoW als simpel abgestempelt werden würden, eine Herausforderung. So wie die Suche nach einer Gruppe für einen Dungeon. Doch solche Erfahrungen schweißte die Community zusammen und das Team hofft, dass dies auch auf den Classic-Servern wieder so sein wird.
     
  • Der größte Unterschied zwischen dem klassischen und dem modernen World of Warcraft ist die Herausforderung in der Spielwelt selbst. Jede Kreatur kann zu einer Bedrohung werden. Verlässt man ein Dorf oder die Hauptstadt lauern viele Gefahren in jeder Ecke und man muss aufpassen, was man als Abenteurer tut. So etwas passiert heutzutage als Champion von Azeroth und Töter von Titanen nicht mehr. Diese Schwierigkeit treibt dich dazu an, dich auf andere Spieler zu verlassen, die dir helfen. Und das wiederum treibt die entstehenden sozialen Verbindungen voran.
     
  • Im modernen World of Warcraft nutzen die Entwickler die Levelphase, um die Geschichte des jeweiligen Add-ons zu erzählen.  In „Classic“ war das Leveln, während du deine Abenteuer in der Welt erlebt hast, ein großer Teil des eigentlichen Spiels. Die Welt selbst war eine der Hauptfiguren, die eine wichtige Rolle in der Geschichte deines Helden spielte. 
     
  • Im heutigen WoW sind Questinhalte eher eine temporeiche und storygetriebene Erfahrung. Im klassischen WoW ist das Questen offener und freier. Die Spieler fanden ihre eigenen Wege durch die Welt und entwickelten dabei starke Verbindungen zur Welt und zu den anderen Spielern.
     
  •  Im modernen World of Warcraft geht es darum, eine große Geschichte über die Spielwelt zu erfahren, während es in WoW: Classic darum ging, dass man seine eigene Geschichte entdeckte. 
     
  • Viele Fans von Classic haben den starken Wunsch, sich wieder mit einer Gemeinschaft gleichgesinnter Spieler zu verbinden, die nach einer besonderen Art von Spielerlebnis suchen. Denn genau das muss man tun, um in Classic erfolgreich zu sein.
     
  • Brian erinnert sich gerne daran zurück, dass er früher stundenlang mit Freunden und anderen Mitspielern in Dungeons unterwegs war. Wie z.B. in Maraudon. Ein ganzer Nachtmittag, nur um einer 5er-Instanz zu clearen! 
     
  • Omar erinnert sich an den Tag-/Nacht-Zyklus in Lohenscheit. Tagsüber war es ein sicherer Hafen, aber nachts gefährlich!
     
  • Das Team denkt nicht, dass die etwas raueren Spielsysteme und der erhöhte Schwierigkeitsgrad ein Problem für Classic werden. Klar, viele Spieler bevorzugen das moderne WoW. Aber es gibt auch viele Fans, die genau das vermissen und somit sehen die Entwickler das als Stärke von Classic an.
     
  • Es gab damals bewusste Designentscheidungen, die verhinderten, dass die Spieler völlig allein unterwegs sind. Wenn man Dungeon- und Schlachtzugsinhalte besiegen wollte, musste man Verbündete finden.
     
  • Die größte Herausforderung für die Entwickler ist es herauszufinden, wie genau das Spiel zwischen 2004 und 2006 funktionierte. Dadurch, dass sie nicht das ursprüngliche System komplett benutzen, müssen viele Anpassungen vorgenommen werden. 
     
  • Das menschliche Gehirn ist nicht immer perfekt und viele Erfahrungen, an die man sich erinnert, sind nicht 100% genau. Immerhin ist es knapp 15 Jahre her!
    • Während der BlizzCon Demo berichteten viele Spieler den Bug, dass wenn der Hexenmeister einen neuen Dämonen beschwört, der alte Dämon bereits beim Start des Zaubers verschwindet, statt am Ende. Doch das war kein Bug. Die Entwickler haben es überprüft und festgestellt, dass es in Patch 1.12 wirklich so war. Nur im moderenen WoW wurde es irgendwann geändert, dass der alte Dämon erst verschwindet, wenn der neue da ist.
       
    • Ein weiteres Beispiel kommt von Brian selbst. Er dachte, dass der Ansturm des Kriegers den Spieler direkt in den Kampf brachte. Doch auch das ist nur im modernen WoW so. Früher hat der Ansturm den Krieger einfach nur vor den Gegner gebracht und eine automatische Attacke ausgelöst. Man konnte diese Autoattacke allerdings abbrechen und somit nicht in den Kampf kommen. 
       
  • Die Demo der BlizzCon war ein großer Meilenstein und es gab sehr sehr viel Feedback von den Spieler. Genau an diesem Feedback arbeiten die Entwickler derzeit.
     
  • Classic und das moderne WoW werden nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Es sind zwei komplett unterschiedliche Spiele für verschiedene Spielergruppen. 
     
  • Das Team möchte die klassische World of Warcraft Erfahrung zurückbringen. Es gibt derzeit keine Pläne auch Burning Crusade oder Wrath of the Lich King zurückzubringen. Es geht derzeit um Classic und wenn das Projekt gut bei der Community ankommt, dann kann man weiter in die Zukunft schauen!
     
  •  So toll das ursprüngliche Word of Warcraft auch war, was es wirklich besonders machte, waren die Spieler. Dieses Projekt ist in vielerlei Hinsicht eine Hommage daran, wo für viele Spieler alles begann.

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Sorigal - Mitglied
Denkt auch immer an Crossrealm Battlegrounds... die gabs schon mit 1.12.1 :P
VeriteGolem - Mitglied
Ich steig ein wenn die WoTLK Server kommen. Das Spiel hatte da den für mich besten Stand. Davor was es zu clunky, danach zu casualrotzig.
Muhkuh - Mitglied
Und als man in 10 Minuten durch die HC-Inis gerannt ist, mit allem Trash davor im Anhang, DA war es nicht casualrotzig.
Wenn es eine Zeit gab, in der es weniger auf Casuals fokussiert war, dann war das Cataclysm in seinem ersten halben Jahr - übrigens die Zeit, in der man in der kürzesten Zeit den höchsten Spieleranteil verloren hat.
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Aegwinn - Mitglied
@Muhkuh: Waren es wirklich 6 Monate? Ich dachte die Inis wurden bereits nach wenigen Wochen generft, sodass es wieder massiv einfacher wurde. Ich kann mich aber gut an die ersten Raids in Cata erinnern, die waren zumindest für mich damals extrem schwer. Leider hat das Addon für mich einfach das eingeleutet, was ich heute so stark vermisse. 
Demage - Mitglied
@ Muhkuh,

Ich gehe mit ihrer Aussage nicht koform, der levelprozess war in Cata damatisch einfacher als alles andere zuvor.  Sie spielen mit ihrer Aussage dadrauf an, dass man zum Schluß in Wotlk im HighendTempo durch die inis gerannt ist, aber zu beginn zu Cata waren die 5er Inis wieder knüppel-dicke-hart. Das ist Korrekt,dennoch war Cata vom Life-DPS verhältnis viel einfacher als heute. Während man vorher mit 2-3 Mobs schon zu kämpfen hatte, konnte man ab Cata (Patch 3.0) ohne Große Probleme 5+ Mobs Pullen.

Der große Spielerschwund in Cata rührt aus einem ganz anderen Grund -

1) Wieder in den Blackrock - das war nicht aufregend
2) Die Zerrissene Welt macht keine Spass und die meisten Highendgebiete boten nicht viel
 -> Hyjal / Vashir war zu low, da konnte man nur Kräutersammeln, Tiefenheim ging für Stoffe farmen und mix an Bergbau(Aber nicht effektiv) und Stoffe braucht man eig. nicht
 -> Uldum bestand nur aus Wüste und bot eig. nach dem Level/Quest Prozess kein Content, nur Kräutersammeln am Fluss.
 ->Schattenhochland war mit den Dailys und dem Spiel aus Kräuter und Bergbau für die meisten interesant und war echt schön, sofern es man wegen Phasing zusammenspielen konnte.

Schlussendlich gab es nur ein Highgebiet in dem sich Spieler gerne aufhielten , abgesehen von TolBarad, wobei WOW bishin (und heute immer noch so) kein PVP spiel war/ist.
3) Entfernen der Berufe , bzw. deren Sinn. Die Rezepte waren eher mies und die art und weise wie man sie erhalten hat langweilig (sammel Erz und kaufe davon ein Rezept) und die Rezepte selber wurden kaum aus anspruchsvollen Materialien gebaut, sondern nur aus ChaosKugel+Erz / Stoff/ Leder, Mit Bergbau konnte man keine Gems mehr finden und Essenzen / Partikel / Äonen wurden zwar nicht abgeschaft, aber deren Bedeutung start gesenkt, sodass man es schlussendlich nicht mehr in der freien Welt farmen konnte.
4) Archelogie frustete mehr als es Spass machte / Sinn hatte, durch den Wegfall der "Pfad der Titanen" ( http://www.buffed.de/World-of-Warcraft-Spiel-42971/Specials/Mechaniken-790601/3/ ) war der Beruf einfach deplatziert, Blizzard hat Berufetechnisch seit dem auch nichts neues mehr eingeführt und sie dramatisch runtergefahren.

5) 7 Neue instanzen + 2 Hero Instanzen waren einfach zuwenig, insbesondere nach TBC und Wotlk, wo die Spieler nicht nur viel Abwechlung hatten sondern auch viel Nebenstory und zum Schluss auch Content durch Erfolge (TBC 15 inis, Wotlk 12 inis).

6) Deathwing war zwar der Hauptgrund des Addons, was auch nicht zu kritisieren ist, aber Deathwing war einfach nicht vorhanden zum Beginn des Addos, beim Leveln über und Omipräsent, aber dann er weg und die Story wirkte abgeschnitten.


Fazit: Die Spieler haben insgesamt das beste drausgemacht und soviel wie möglich gespielt, die folge sehen wir heute noch, weil Blizzard denkt dass das den Leuten Spass gemacht hat, da wären: Transmoggruns sind entstanden, wegen den Erfolgen wurde alter Content gespielt, TolBarad wurde gespielt und deren Dailys (obwohl es eig. Sinnfrei war) und der Dunkelmondjahrmarkt bzw. die Insel dazu wurde bespielt.

Das man 12 Millionen Spieler mit Transmogg, einer PVP insel und alle 4 Wochen mit einem Jahrmarkt mit Kinderdailys nicht halten kann ist eigentlich klar.


Das Addon scheiterte nicht daran, dass die 5er Inis am Anfang zu schwer waren, es scheiterte eig. an Blizzards Entscheidung 75% der Programmierarbeit in alten Content zu stecken (überarbeitung der Levelphase von 1 bis 60 ex. Drainai/Blutelfen), die schlussendlich vorhanden Ressoucen waren zu knapp. Man zerstörte mit der Entscheidnung 3 Addons & zwar das Ende von Wotlk und deren Contentstreckung, Cata an sich und auch in MOP wurde gespart weil man wusste das 1 Jahr Drachenseele schon sehr lang ist. (Mal drauf achten: der Jadewald ist unglaublich detailreich und Aufwenig, während der Rest des Addons, kaum Elemente hat, teilweise nur Steppe / Berg ohne Content und insgesamt deutlich weniger NPCs)
 
Frechfratz - Mitglied
es kommt im sommer raus und die leute mit einem blizzcon ticket werden beta versionen spielen können die versionen werden wie die blizzcon version eine woche online bleiben
Sorigal - Mitglied
Lieber Frechfratz,

woher stammt diese unwahrscheinliche Information:

die versionen werden wie die blizzcon version eine woche online bleiben

Nerotip - Mitglied
@Frechfratz: Einen Quellennachweis für deine Behauptung wäre schön.
Demage - Mitglied
Ja einen versteckten Termin gibt es Tatsächlich, das ganze ist eher Verschwörungstheorie, aber ok:

https://www.reddit.com/r/classicwow/comments/9u755q/classic_release_date_july_16th_2019/

Einfach mal die 3 Links anschauen
 
Sorigal - Mitglied

Classic und das moderne WoW werden nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Es sind zwei komplett unterschiedliche Spiele für verschiedene Spielergruppen. 

Heißt das, wir müssen uns auch keine "Sorgen" machen bzgl. des Releases von Patch 8.x?
Also selbst wenn es kollidiert, ist das Blizzard relativ egal?

Shadrazaar - Mitglied
Ich freue mich auf Classic. Ich habe es damals nicht gespielt und bin wirklich begeistert von einem Privatserver gewesen. Es ging ums Leveln und erfahren und das erhoffe ich mir von Classic-Servern. Ich bin echt gespannt. ^^
Und wenn es irgendwann TBC-Server geben sollte, dann werde ich nicht mehr aus dem Haus gehen. In TBC fing ich an, habe aber viel zu wenig davon erlebt. Und das gilt es nachzuholen. :D
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