28. Januar 2020 - 11:36 Uhr

Einsteiger-Guide: So wird WarCraft III: Reforged gespielt

Viele WarCraft-Veteranen freuen sich auf den Release von WarCraft III: Reforged am 29. Januar! Endlich wieder ein RTS, nachdem das Genre fast schon ausgestorben schien. Zwar handelt es sich nur um eine Neuauflage, aber immerhin reden wir hier von WarCraft 3, einem der wohl beliebtesten RTS-Spieler aller Zeiten. Doch keine Sorge, auch wenn ihr noch nie etwas mit Echtzeitstrategiespielen zu tun hattet, könnt ihr viel Spaß in Reforged haben. Für einen guten Einstieg haben die Entwickler einen Guide veröffentlicht, in dem die Grundlagen erklärt werden!


Die Steuerung

  • Auswahl and Bewegung
    • Klickt einfach mit der linken Maustaste auf eine Einheit oder ein Gebäude, um verfügbare Anweisungen und Werte zu sehen. Sobald eine Einheit ausgewählt wurde, könnt ihr sie per Rechtsklick in Bewegung setzen oder Befehle erteilen, indem ihr die Buttons (oder die entsprechenden Hotkeys) benutzt, die im Kommandofeld am unteren Bildschirmrand angezeigt werden.
    • Ihr könnt mehrere Einheiten gleichzeitig auswählen, indem ihr mit gedrückter Maustaste ein Rechteck um sie herum zieht. Dieser Vorgang wird auch als „Rahmenauswahl“ bezeichnet. Wenn mehrere Einheiten ausgewählt wurden, könnt ihr allen gleichzeitig Befehle erteilen. Ihr könnt auch die Tabulatortaste betätigen, um zwischen ihren einzelnen Kommandofeldern zu wechseln.
  • Steuerungsgruppen
    • Nachdem ihr mehrere Einheiten oder Gebäude ausgewählt habt, könnt ihr sie „Steuerungsgruppen“ zuweisen, indem ihr die Steuerungstaste und eine beliebige Ziffer auf der Tastatur betätigt. Sobald eine Gruppe zugewiesen wurde, könnt ihr sie schnell auswählen, indem ihr die entsprechende Zifferntaste drückt. Wenn ihr zum Beispiel Warcraft III spielt, könnt ihr all eure Urtume des Krieges (die Fernkampfeinheiten der Nachtelfen ausbilden) einer Steuerungsgruppe zuweisen, indem ihr sie auswählt und Steuerung + 5 drückt. Dann könnt ihr 5 drücken, um zwischendurch mehr Bogenschützinnen auszubilden, ohne die Schlacht aus den Augen zu verlieren.
  • Hotkeys
    • Es ist nützlich, Hotkeys zu lernen, wenn man ein besserer RTS-Spieler werden will, aber als Anfänger ist es nicht unbedingt notwendig. Macht euch mit den Standardtastenkürzeln von Buttons vertraut, die ihr häufig benutzt, und zögert nicht, sie eurem persönlichen Spielstil anzupassen.

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Die Wirtschaft

Jedes Spiel beginnt damit, dass ihr ein paar bereitgestellte Arbeiter (die zivilen Einheiten, die klassischerweise zum Sammeln und Bauen eingesetzt werden) damit beauftragt, in eurer unmittelbaren Umgebung Rohstoffe abzubauen. Danach erstellt ihr mehr Arbeiter, die mehr Rohstoffe erwirtschaften. Die könnt ihr in bessere Gebäude, mehr Stützpunkte und eine mächtige Armee investieren.

Wenn ihr sicherstellt, dass genug Arbeiter effizient Rohstoffe abbauen, während eure Armee und euer Stützpunkt wachsen, könnt ihr nach Bedarf Einheiten und Gebäude erschaffen, unterhalten und ersetzen. Das bezeichnet man als gute „Wirtschaft“. Man vergisst sie zwar leicht, aber sie ist in den meisten RTS-Spielen unverzichtbar für den Sieg.

 

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Aufbau des Stützpunkts

Einer der interessantesten Aspekte von RTS ist der Aufbau eines Stützpunkts aus einzigartigen Gebäuden. Aber es ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, warum man sie baut, bevor man in sie investiert. Verschiedene Gebäude haben verschiedene Kosten, Bauzeiten und Aufgaben. Hauptgebäude erschaffen Einheiten und sammeln Rohstoffe, andere Gebäude erstellen Einheiten für eure Armee und manche Gebäude schalten Forschungsoptionen oder neue Einheitentypen frei. Ihr müsst in einem Spiel nicht alle Gebäude erschaffen, die ihr zur Verfügung habt. Ihr könnt die Grundlagen sogar besser erlernen und euch darauf konzentrieren, den Gegner zu besiegen, wenn ihr euch zuerst nur auf wenige Einheiten-Erzeuger konzentriert.

Ein weiteres wichtiges Konzept ist die „Ausbreitung“. Sich in einem RTS auszubreiten bedeutet, außerhalb des Startgebiets neue Stützpunkte und Außenposten zu errichten. In der Nähe eures ersten Stützpunkts gibt es nur begrenzte Rohstoffe. Deshalb ist es unbedingt notwendig, sich auszubreiten, um die Kriegsmaschinerie in längeren Matches zu unterhalten. Außerdem habt ihr so eine höhere Sichtweite und mehr Platz für Gebäude und Einheiten.
 

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Eine Armee aufbauen und steuern

Einen riesigen Stützpunkt zu errichten macht Spaß, aber das Spiel gewinnt man nur, wenn man seine Gegner bezwingt. Und dafür braucht man eine Armee. Auch wenn es große Unterschiede zwischen den Einheiten gibt, die vom Spiel und der Fraktion abhängen, gibt es einige simple Konzepte und Strategien, die konstant bleiben:

  • Die „baut viel Zeug“-Strategie
    • Es ist eine absolut legitime Strategie, eine kostengünstige und vielseitige Einheit zu finden, die euch gefällt (wie etwa Bogenschützen, Fußsoldaten, Ghule etc.), und jede Menge davon zu erschaffen. Das ist allerdings oft nur zu Beginn eines Spiels effektiv. Erschafft eine ansehnliche Armee und fallt über euren Gegner her, bevor er seine teurere und kompliziertere Strategie umsetzen kann.
  • „Hochentwickeln“
    • Sich „hochentwickeln“ bedeutet, viel in Einheiten, Forschung und Gebäude zu investieren, die keinen direkten Einfluss auf das Spiel haben, aber verbesserte Einheiten freischalten können. Das eröffnet euch im weiteren Spielverlauf mehr Möglichkeiten. Bei längeren Spielen ist hochentwickeln oft die Gewinnerstrategie, da man so auf vielseitigere und kostengünstigere Einheiten zugreifen kann. Diese Strategie ist allerdings anfällig für aggressivere Spielzüge. Wer also nicht genau weiß, was der Gegner vorhat, sollte ein kleines Heer zur Verteidigung aufbauen, bevor er sich hochentwickelt.
  • Das richtige Gleichgewicht bei der Armeegröße finden
    • Auch wenn eine riesige Armee cool ist, ist das nicht immer die beste Strategie. Bei StarCraft und Warcraft ist die Anzahl der Einheiten, die man gleichzeitig ins Feld schicken kann, durch das Limit für „Versorgung“ begrenzt. Es hat negative Folgen für eure Wirtschaft, wenn ihr mehr Kampfeinheiten als nötig habt. So könnt ihr zum Beispiel nicht genug Arbeiter erschaffen oder müsst in Gebäude oder Einheiten investieren, die euer Versorgungslimit erhöhen. Es ist wichtig, das richtige Gleichgewicht zu finden.
  • Offensive und Defensive
    • Angriff ist die beste Verteidigung. Man ist zwar vor Angriffen geschützt, wenn man stark in defensive Einheiten und Gebäude investiert, aber um zu gewinnen, muss man in den feindlichen Stützpunkt vordringen und ihn zerstören. Wer zum Beispiel in Warcraft III Orcs spielt, könnte seinen Stützpunkt komplett mit Wachtürmen umstellen. Das würde allerdings sehr viel kosten und somit wenige Rohstoffe für die Produktion offensiver Einheiten übrig lassen. Der Gegner kann euch dann einfach mit einer überlegenen Armee oder besseren Wirtschaft bezwingen.
  • Richtig kämpfen
    • Über die verworrenen Kampfdetails in einem RTS lässt sich viel sagen, doch hier sind ein paar Grundregeln, an die ihr euch halten könnt, wenn eure Armee in ein Scharmützel verwickelt wird:
      • Lasst euch nicht umzingeln!
        • Wenn ihr im offenen Gelände kämpft, könnte eure Armee starke Verluste erleiden und hat keine Chance, sich zurückzuziehen. Nutzt das Gelände zu eurem Vorteil, um Engpässe zu bilden.
      • Teilt eure Einheiten auf, wenn ihr könnt.
        • Wenn eure Kampfeinheiten über kleinere Gruppen verteilt sind, statt einen großen Haufen zu bilden, sind sie weniger anfällig für Flächenangriffe.
      • Nahkämpfer vorne, Fernkämpfer hinten.
        • Bevor ihr eure Truppen in die Schlacht schickt, solltet ihr eure Nahkampfeinheiten so positionieren, dass sie als erste auf den Feind stoßen und den größten Teil des Schadens abfangen.
      • Zerstört die Produktion von Einheiten.
        • Schafft ihr es, bis in den feindlichen Stützpunkt vorzurücken (gut gemacht!), solltet ihr Gebäude zerstören, die Einheiten produzieren, anstatt Gebäude, die der Verteidigung oder Forschung dienen. So verhindert ihr, dass euer Gegner sofort neue Einheiten nachrücken lässt und zum Gegenangriff übergeht.

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Ausspähen und Kartenkontrolle

Holz, Mineralien, Gas und Gold sind zwar wichtige Rohstoffe in RTS, doch nichts ist wichtiger als Informationen. Sobald ihr eure Wirtschaft und euren Stützpunkt aufgebaut habt, solltet ihr die Umgebung erkunden und Informationen über euren Gegner sammeln. Ihr gelangt an entscheidende Informationen über Position, Strategie und Wirtschaft eures Gegners, wenn ihr die Karte schon zu Beginn des Spiels durch günstigere Einheiten erkunden lasst. So könnt ihr eure Verteidigung entsprechend aufbauen, passende Einheiten für Gegenangriffe erstellen oder früh angreifen, wenn der Gegner potenziell verwundbar ist.

Behaltet euren Gegner und seine Aktivitäten im Auge, indem ihr Einheiten und günstige Gebäude strategisch auf der Karte platziert. Und achtet auch immer auf die Minikarte, um Bewegungen eures Gegners frühzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können.


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Teron - Mitglied

Einer der interessantesten Aspekte von RTS ist der Aufbau eines Stützpunkts aus einzigartigen Gebäuden. 

Darum gefallen mir die SC2-Kampagnen auch überhaupt nicht. In den meisten Missionen bekommt man eine fertige Basis hingestellt und muss nur noch Einheiten raushauen. Klar, gelegentlich muss man die Basis noch ergänzen, aber das sind Ausnahmen. Die Protoss-Kampagne habe ich deswegen bis heute nicht zu Ende gespielt, weil es mich einfach nur tödlich gelangweilt hat. Reine Taktik-Missionen bei denen klassische RTS-Elemente fehlen. Ansonsten finde ich SC2 toll, aber die Kampagnen zum Weglaufen.
LikeADwarf - Mitglied
... manchmal glaube ich auch das Teron ein grundlegend unzufriedener Mensch ist.
Jemand, der selbst nach etwas Positiven immer ein "Aber" an seinen Satz hängen muss. Teron, du kennst dich natürlich selbst besser als jeder von uns, brauchst du eventuell Hilfe? Das meine ich nicht böse, aber ich glaube, dass sich diese Unzufriedenheit durch dein das ganzes Leben zieht. Vielleicht könnte dir ein Profi dabei helfen, wieder positive  Dinge zu sehen!
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