11. Mai 2020 - 17:56 Uhr

Interview mit Ion Hazzikostas - Wie sich World of Warcraft entwickelt hat

Die Mitarbeiter von WIRED.com haben mit Ion Hazzikostas über die Entwicklung von World of Warcraft gesprochen. Dabei ging es aber nicht um neue Inhalte und Features, sondern die Entwicklung des Spiels an sich. Und zwar in Zusammenhang mit der Evolution des Internets. In den letzten 15 Jahren hat sich sehr viel im Bereich der Kommunikation, dem Socialising sowie dem Erleben von multimedialen Inhalten verändert und World of Warcraft ist dabei stets mit der Zeit gegangen. So wie das Spiel sich gewandelt hat, hat sich auch die Community verändert. Folgend haben wir euch eine Zusammenfassung der interessantesten Informationen aus dem Interview erstellt.


Zusammenfassung des Interviews

  • In den frühen Tagen von WoW war die Transparenz des Spiels ein zweischneidiges Schwert. Strategien oder auch Klassenguides gab es selten und wenn, dann waren sie auf verschiedensten Plattformen verstreut. 
     
  • Die Realität ist, dass damals fast jeder das Spiel falsch gespielt hat.
     
  • Heutzutage hat das Internet als Ganzes den Prozess der Informationsbeschaffung stark beschleunigt. 
     
  • Aufgrund dieser modernen Umstände ist es eine ziemliche Herausforderung geworden, beeindruckende Inhalte über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.
     
  • In den frühen Tagen wurde das magische Gefühl beim Spielen von World of Warcraft durch das Mysterium der riesigen Spielwelt und dem steinigen Weg zur Maximalstufe erzeugt.
     
  • Dieses Gefühl, in eine unbekannte Welt anzutauchen, zwang die Spieler, sich gegenseitig zu unterstützen.
     
  • Sie waren viel toleranter gegenüber Fehlern und Irrtümern des jeweils anderen, weil Sie sich die Mühe machen mussten, eine Gruppe zu bilden, um Inhalte zu erleben und die Welt zu erforschen.
     
  • Das Finden guter Spieler endete normalerweise damit, dass sie sich anfreundeten, um sich beim nächsten Mal schneller zu finden.
     
  • Ein gewisses Maß an Reibung sorgte dafür, dass Spieler stärker verbunden fühlten.
     
  • Im Laufe der Zeit begannen sowohl Blizzard als auch die Spieler, den einfachen Zugang durch "Quality of Life Changes" und Informationsquellen wie Wikis und Guides zu optimieren.
     
  • Heutzutage sind die Spieler fast schon darauf trainiert, ihre Charaktere zu min-maxen und der Großteil der Community drängt die Spieler in genau diese Richtung der Optimierung.
     
  • Auch wenn Inhalte wie das Suchtool oder das Server Hoping nützlich sind und das Spielen einfacher gestalten, so haben diese Neuerungen aber leider auch dazu geführt, dass Fremde oft nur noch als verbrauchbares Hilfsmittel eingestuft werden.
     
  • Classic ist nicht dafür gemacht, um mit Höchstgeschwindigkeit ins Endgame zu kommen und dort seinen Charakter schnell auszurüsten. Daher fühlt sich das Questen dort weniger als Mittel zum Zweck und eher als das Spiel selbst an.
     
  • Früher lief ein wichtiger Aspekt des Spiels darauf hinaus, dass man einfach so mit Fremden im Internet reden konnte. Mittlerweile ist diese Option aber uninteressant, weil beinahe jedes Spiel und jede Plattform im Netz diese Option anbietet.
     
  • Auch wenn das Zusammenspiel mit Freunden oder komplett unbekannten Menschen in einer großen Fantasywelt nicht mehr als eine so große Besonderheit eingestuft werden kann, so besteht der Kern von World of Warcraft aber weiterhin. Azeroth ist immer noch ein Ort, an dem sich Menschen versammeln. Ein soziales Netzwerk, verkleidet als Fantasy-RPG.
     
  • Einige Dinge ändern sich nie. So erwähnte Ion, dass er einen Mitarbeiter hat, der einer der ursprünglichen Entwickler von WoW war und dessen Gilde sich durch ein Beutedrama in Vanilla auflöste. Etwas, was heutzutage noch immer vorkommt.
     
  • Die Entwickler von World of Warcraft sind sehr dankbar dafür, dass sie eine so leidenschaftliche Community haben, die dieses Spiel liebt. Ihr Ziel ist es immer, den mysteriösen und geheimnisvollen Aspekt von World of Warcraft aufrechtzuerhalten.

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Sekorhex - Mitglied

Heutzutage sind die Spieler fast schon darauf trainiert, ihre Charaktere zu min-maxen und der Großteil der Community drängt die Spieler in genau diese Richtung der Optimierung.

Das finde ich persönlich sehr schade. Sehr viel an Spaß geht verloren, weil man nebenbei als Hauptseite Raidbots oder Simcraft offen hat um sein Charakter jedes mal wie blöde zu berechnen. Finde ich persönlich sehr schade.
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Kelturion - Mitglied
Was die sozialen Aspekte angeht ist das aber auch nur die halbe Wahrheit. Im klassischen WoW gab es aber auch schlichtweg mehr Inhalte und Komponenten, die Kooperation (und somit auch Kommunikation) von Spielern untereinander vorrausgesetzt haben, siehe z.B. diverse Elitequests in der Levelphase. Bei diesen war es schlichtweg egal ob du nun besonders viel Erfahrung hattest oder nicht. Diese Elemente hat Blizzard ja selbst sukzessive entfernt und somit den Prozess dieser "Anonymisierung" des Spiels selber noch weiter befeuert.

Es ist aber schön zu sehen, dass Ion offenbar selbst erkannt hat welche negativen Begleiterscheinungen man sich mit LFG-Tools, Crossrealm, etc. im Hinblick auf den auf den sozialen Aspekt mit ins Spiel geholt hat. Im Übrigen ganz im Gegensatz zu seinem Chef, der in seiner seltsamen Parallelwelt immernoch meint dass Retail das sozialste WoW aller Zeiten sei: https://www.wowhead.com/news=314247/j-allen-brack-on-the-world-of-warcraft-social-experience

Wäre jetzt nur noch schön, wenn man daraus auch entsprechende Konsequenzen/Maßnahmen ableiten würde um dem wieder entgegenzusteuern.
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Snippey - Mitglied
Das wage ich zu bezweifeln, setzt ein sozialerer Umgang doch mehr Beschäftgungszeit für das Spiel voraus. Da könnten dann doch viele Gelegenheitsspieler abspringen- und das genau will Blizzard (lies: Activision) den Aktionären nicht "zumuten".
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Kelturion - Mitglied
@Snippey: Oder dauerthaft zweigleisig fahren, wie es jetzt schon ein bisschen mit Classic und Retail der Fall ist. So holen sie aktuell eigentlich beide Zielgruppen recht gut ab ohne dass sich das gegenseitig in die Quere kommt.

Bliebe dann nur noch das Problem zu lösen, dass man für erstere Gruppe auch irgendwann neuen Content schaffen müsste, denn der Classic-Content ist ja endlich. Und ein potentiell nachgeschobenes BC hätte das Problem ja ebenfalls.
Nova - Mitglied
Wenn es wahr ist und stimmt :) dann ist ja in Shadowlands the Maw die Konsequenz des Ganzen. Die Magiertürme und Der neue Endgame Turm sind eigentlich auch darauf abgestimmt. 
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Muhkuh - Mitglied
Im Übrigen ganz im Gegensatz zu seinem Chef, der in seiner seltsamen Parallelwelt immernoch meint dass Retail das sozialste WoW aller Zeiten sei

Tut er nicht?
Er sagte, als Antwort einer Frage beim Q&A, was seine Meinung sei zu WoW und Mike Mohaimes in einem Interview angestellte Vermutung, dass auf dem Weg zu einem moderneren und "besseren" WoW, eventuell an manchen Stellen das Soziale notwendigerweise ein wenig auf der Strecke geblieben sein könnte und Ghostcrawler Twitter-Erläuterungen, dass das, seiner Meinung nach, halt aufgrund sich stark verändernder äusserer Umstände und Umwelt, passieren hat müssen, WoW hätte das Glück, als Gemeinschaftsfterfahrung erschaffen worden zu sein, was heute noch genauso seine Gültigkeit hätte wie am Tag der Veröffentlichung und, dass über die Jahre das Spiel, auch durch das immer wieder berücksichtigte Feedback der Community, zu einem "modernen Spiel" geworden ist, dessen Breite und Tiefe im Gameplay immer weiter gewachsen ist, was es heute ermöglich, leichter "Freundschaften zu finden", Gruppen zu bilden, im Spiel voran zu schreiten oder auch alleine zu spielen, alles in einem sozialen Umfeld.

Er sagt allerdings mit keinem Wort, das ihm hier von dir in den Mund gelegte: "WoW ist heute das sozialste WoW aller Zeiten".
Genauso wenig wie er sagt, dass es weniger sozial wäre - oder sozialer - sondern, sagt das, was ein CEO auf so eine Frage halt zu sagen hat.
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Kelturion - Mitglied
@Muhkuh: Dein allseits bekanntes Blizzard-Fanboytum in allen Ehren, aber genau das geht doch aus den Interviews klar hervor.

Mike Morhaime hat gesagt, dass in der Entwicklung von WoW einige soziale Aspekte zurückgeschraubt wurden um das Spiel einer breiteren Spielergruppe zugänglicher zu machen. Und Ion räumt ebenfalls ein, dass man eben durch LFG-Tool & Co solche Begleiterscheinungen mit an Bord geholt hat, dass das Spiel stellenweise anonymer wurde und "Fremde oft nur noch als verbrauchbares Hilfsmittel eingestuft werden."

Wenn sich ein J Allan Brack dann hinstellt und behauptet, dass man im aktuellen WoW nun viel leichter neue Leute kennenlernen und Freundschaften finden kann (was wie man an den Reaktionen sieht bei erheblich vielen Spielern für Kopfschütteln gesorgt hat), dann ist das das komplette Gegenteil davon. Und seine Behauptung war ja auch mehr oder weniger die Reaktion auf Morhaimes Aussage.

Das Problem ist hierbei meiner Ansicht nach, dass beide Parteien völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was soziale Aspekte überhaupt bedeuten. Es ist nunmal ein elementarer Unterschied, ob du ein Spieldesign hast, welches Kooperation und Kommunikation zwingend vorraussetzt und dich als Spieler maßgeblich in diese Richtung drückt (klassisches WoW) oder ob du den Spielern nur eine Handvoll Werkzeuge und Möglichkeiten (Suchtools, Community-Features, usw.) in die Hand gibst, deren Nutzung aber komplett optional bleibt und gameplaytechnisch auch nicht erfordert wird.
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Muhkuh - Mitglied
Und was sollte ein CEO, der es am Ende sowohl allen möglichen Spielergruppen, als auch den Shareholdern und den Medien irgendwie halbwegs Recht machen muss, der in der Vergangenheit im Konsens getroffene Entscheidungen nicht öffentlich schlecht machen, sie aber auch, wenn sie teilweise in Kritik stehen, nicht über den Klee loben sollte, deiner Meinung nach auf so eine Frage in einem öffentlichen Shareholder Q&A antworten, außer etwas möglichst Neutrales, was er dann ja auch getan hat? 
Der GameDirector muss da deutlich weniger Diplomatie in Sachen eigener Meinung walten lassen, der ehemalige, nicht mehr beteiligte CEO, noch viel weniger.
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Kelturion - Mitglied
In jedem Fall ist schonmal offensichtlichen Unsinn zu erzählen die schlechteste Variante. Und vor allem noch seinem Amtsvorgänger so vehement zu widersprechen zeugt auch noch von schlechtem Stil und etwas Dünnhäutigkeit.

Dabei wäre es in dem Fall doch sogar recht einfach gewesen ohne irgendwas schlechtreden zu müssen. Es hätte ja völlig ausgereicht wenn er gesagt hätte, dass sich die Spielergruppe im Laufe der Jahre etwas differenziert hat und man auf diese Änderung entsprechend reagiert hat, indem man jetzt (und das ja nunmal faktisch mit recht großem Erfolg) zwei verschiedene MMO-Varianten mit verschiedenen inhaltlichen Ausrichtungen am Markt platziert hat.
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Muhkuh - Mitglied
Wenn man etwas falsch verstehen will, dann versteht man es halt auch einfach falsch, nicht wahr?
dass man im aktuellen WoW nun viel leichter neue Leute kennenlernen und Freundschaften finden kann 

Sagt er in Zusammenhang mit den im Teilsatz davor erwähnten "Erweiterungen des Gameplays, erschaffen mithilfe des Feedbacks der Community" und meint damit zB. die geschaffenen technischen Hilfsmittel wie Gildenbrowser, Communities und deren "Suchtools", die es - "technisch" - tatsächlich faktisch einfacher machen, neue "Freunde" - gemeint sind damit übrigens Mitspieler mit ähnlichen Interessen im Spiel - zu finden.
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Lederstrumpf - Mitglied
Sorry, aber da muss man zunächst definieren, wer von was spricht.
Es gibt 2 Seiten des Sozialen.
Möglichkeiten des Sozialen.
Sozial sein.
Ich würde sagen, dass World of Warcraft im Laufe der Jahre weniger sozial wurde, da wir durch mehr Zugänglichkeit einige der Gründe beseitigt haben, warum Spieler immer wieder mit derselben Gruppe von Menschen spielen sollen. Mike Morhaime
Er hat recht, aber das gesagte heisst nicht, das es weniger soziales gibt, sondern vielmehr: Wie WIR Spieler mittels der vielen Möglichkeiten miteinander umgehen.
World of Warcraft hatte das Glück, als sehr soziale Erfahrung entwickelt zu werden, und das gilt heute genauso wie an dem Tag, an dem wir gestartet sind. Im Laufe der Zeit haben wir uns das Feedback der Community angehört, und WoW hat sich zu dem entwickelt, was wir jetzt als“ modernes Spiel“ bezeichnen.Dies hat die Breite und Tiefe des Gameplays erheblich erweitert und das erleichtert es, Freunde finden, sich zusammenschließen, Fortschritte zu machen oder allein zu spielen – alles im sozialen Umfeld. J. Allen Brack
Und er hat auch Recht: die sozialen MÖGLICHKEITEN sind heute vielmehr als anno dazumals.

Es gibt wesentlich mehr Möglichkeiten in WOW miteinander sozial zu sein als früher - aber was wir Spieler draus machen - die soziale Erfahrung - liegt nun absolut nicht in Blizzards Händen.
Das machen wir gut oder schlecht - und zwar ausschliesslich wir.
Heutzutage sind die Spieler fast schon darauf trainiert, ihre Charaktere zu min-maxen und der Großteil der Community drängt die Spieler in genau diese Richtung der Optimierung.

Auch wenn Inhalte wie das Suchtool oder das Server Hoping nützlich sind und das Spielen einfacher gestalten, so haben diese Neuerungen aber leider auch dazu geführt, dass Fremde oft nur noch als verbrauchbares Hilfsmittel eingestuft werden.

Wenn Du Kelturion nun sagst, das WoW weniger sozial wurde, wegen mehr Zugänglichkeit ist das Grundsätzlich richtig - zeigt aber auch ein seltsames Sittenbild der Spieler/innen.

Das könnte man nun so in Worte fassen:
"Weil ich mehr Möglichkeiten habe und dabei nicht auf einen festen Kern an Gilde oder Freunden angewiesen bin, benehme ich mich wie die Axt im Walde. zuerst komm ich, dann lange nichts, dann die anderen."

Ist das so Richtig?
Und nichts anderes sagt Ion Hazzikostas da - genau das - er wählt seine Worte nur weise, wie es sich für einen CEO gehört.

Und schuld daran ist ein Tool, das das Zusammenfinden von Menschen einfacher macht?
Erbsthaft? Das ist doch ein Widerspruch in sich!
Es sei denn, der Mensch ist von Grund auf nur dann sozail, wenn er muss ... Ähm, da war ja was ...
Es wäre eine traurige Welt, wo man Mensche dazu zwingen muss, aufeinander Rücksicht zu nehmen - aber ja, so ist es leider.

WIR sind es, die entscheiden ob das Spiel - mit allen Werkzeugen - zu mehr oder weniger sozialem führt - und WIR sind es, die dabei kläglich versagen. Daran trägt Blizzard keinerlei Schuld - denn im Spiel spiegelt sich nur wider, wie es draussen im RL auch zugeht.
Der Mensch denkt erst dann in gemeinschaft, wenn es ihm schlecht geht - das ist das eigentlich Traurige.
Daran ändert kein Tool oder sein nicht-vorhanden-sein etwas - es liegt an uns allen.
 
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Kelturion - Mitglied
@Ereglith: Ja und nein.

Das ist nämlich genau der gleiche argumentative Trugschluss, dem Blizzard hier auch immer unterliegt und der auch aus J Allan Bracks Äußerung wieder deutlich zu erkennen ist. Immer wenn Blizzard etwas von sozialen Aspekten erzählt beziehen sie sich dabei ausschließlich auf die Implementierung irgendwelcher Tools und Features. Damit das aber funktioniert und eine entsprechende Dynamik entsteht muss das Spieldesign es im Kern auch forcieren und die Spieler in diese Richtung bewegen. Und das macht es leider immer weniger. Du kannst das Spiel mittlerweile komplett durchspielen, selbst inkl. Dungeons und Raids ohne auch nur ein Wort mit irgendem gesprochen zu haben. Was nützen mir also die tollsten Community-Features und Kommunikationsfunktionen, wenn sie de facto für das Spiel komplett überflüssig geworden sind? Es ist weniger eine Frage der Werkzeuge, sondern es geht viel mehr an die Substanz des gesamten Spiels.

Nur weil ich die Werkzeuge habe und die theoretische Möglichkeit mit unendlich vielen Leuten Kontakt aufzunehmen macht es das nicht notwendigerweise automatisch zu einem sozialeren Erlebnis. Wenn du in einem Spiel ein sozialeres Erlebnis haben willst musst du entsprechendes Verhalten auch vom Gameplay her fördern und den Spielern handfeste Vorteile anbieten wenn diese kooperieren. Wenn du aber hingegen den Ansatz fährst "scheiß drauf, wenn du willst kannst du auch alles alleine machen" wählen vielen eben den Weg des geringsten Widerstands. Und dann ist es auch wenig verwunderlich, wenn sich das ganze Spiel stellenweise nur noch wie ein anonymes Singleplayer-Spiel anfühlt.

Kurzum: Ein sozialeres Spielerelebnis entsteht nicht durch die Implementierung von Tools. Es entsteht durch ein Gameplay, welches Kooperation und guten Umgang miteinander stark forciert und belohnt und es anders herum deutlich schwieriger macht wenn du dich hingegen wie die Axt im Walde aufführst.
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Lederstrumpf - Mitglied
Kurzum: Ein sozialeres Spielerelebnis entsteht nicht durch die Implementierung von Tools. Es entsteht durch ein Gameplay, welches Kooperation und guten Umgang miteinander stark forciert und belohnt und es anders herum deutlich schwieriger macht wenn du dich hingegen wie die Axt im Walde aufführst.
Was aber genau das bestätigt, was ich geschrieben habe - man muss Tools/Gameplay/Whatsoever einführen um die Spieler dazu zu bringen, sozial zu sein.
Was ein trauriges und schäbiges Abbild der Realität im Leben ist. Und zwecklos.
Selbstzitat:
WIR sind es, die entscheiden ob das Spiel - mit allen Werkzeugen - zu mehr oder weniger sozialem führt - und WIR sind es, die dabei kläglich versagen. Daran trägt Blizzard keinerlei Schuld - denn im Spiel spiegelt sich nur wider, wie es draussen im RL auch zugeht.
Der Mensch denkt erst dann in gemeinschaft, wenn es ihm schlecht geht - das ist das eigentlich Traurige.
Daran ändert kein Tool oder sein nicht-vorhanden-sein etwas - es liegt an uns allen.
Du spielst den Ball, der eigentlich vor Dir selbst liegt, dem Unternehmen zu dessen Rasen du benützt. Nur geht das nicht.
Die Spieler sind unsozaial -  nicht weil das Unternehmen das so eingeführt hat - sondern weil die Spieler sich so verändert haben.
Welches Gamemplay schlägst denn vor? Welche Mechaniken?
Was soll die Bongoboys daran hindern trotzdem grölend durch die Chats/foren und Inis zu ziehen?

Classic is so wie früher - und trotzdem sind dort ebensoviele Honks unterwegs wie in Retail - teilweise ists schlimmer als in Retail, manchmal besser.
Es sind zu einem großen Teil diesselben leute, die vordem immer davon getönt haben, wie schön doch die Zeit zu Vanilla war!
Ich hab die Erfahrung gemacht, das wenn ich höflich und freundlich bin, das auch zurückkommt - viele sind überrascht davon.
Probiers mal damit - besser als die Verantwortung für das Soziale dem Rasenbesitzer zuzuspielen und einfacher allemal.
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Kelturion - Mitglied
@Ereglith: Hier wirfst du aber wieder zwei Dinge zusammen, die fundamental unterschiedliche Aspekte sind. Es macht doch gerade den entscheidenden Unterschied aus, OB der Entwickler lediglich Werkzeuge implementiert oder ob er sein Spiel auch darauf ausrichtet, dass diese auch genutzt werden sollen und müssen.

Wenn du diesen Werkzeugen aber ein Gameplay entgegen stellst, was dies in keinster weise erfordert wirst du auch keine nennenswerte Menge an Spielern dazu animieren können diese zu nutzen. Die Spieler gehen üblicherweise den Weg des geringsten Widerstands. Wenn dir das Spiel ermöglicht im Prinzip alles in Eigenregie zu machen und du in keinster Weise mehr auf Kooperation mit anderen Spielern angewiesen bist.... ja oh Wunder, natürlich ist es dann logisch, dass ein großer Teil der Spieler dann auch komplett darauf verzichtet. Und damit bist du dann wieder im von vielen Spielern kritisieren gefühlten Singleplayer-Spiel, wo die Leute lieber nebeneinander statt miteinander spielen. Da könntest du auch noch hunderte Tools einbauen um Communitys zu gründen oder zu kommunizieren, es würde nichts ändern.

Wenn du möchtest dass diese Werkzeuge auch von allen Spielern genutzt werden, dass das Spiel sozialer wird und der Umgangston auch besser wird musst du das halt auch von Seiten des Spiels her einfordern. Dann muss es Mechanismen geben die ein positives Verhalten entsprechend fordern, fördern und belohnen und dir andersherum schnell deine Grenzen aufzeigen, wenn du dich eben wie die Axt im Walde aufführst. Aktuell ist aber genau das Gegenteil der Fall: Du kannst das Spiel quasi im Alleingang komplett durchspielen ohne mit jemandem zu kommunizieren. Und wenn du dich in Gruppen maximalst asozial aufführst hat ebenfalls keinerlei Konsequenzen, da du die meisten Mitspieler ohnehin nie wieder siehst und der Nachschub an neuen Spielern für dich quasi unendlich ist.

Ich weiß ja nicht welches Classic du aktuell spielst, aber es muss definitiv ein anderes sein als ich aktuell spiele. Auf meinem aktuellen Server haben wir alles in allem aktuell eine recht angenehme und umgängliche Servercommunity. Der Umgangston ist recht nett, man findet schnell Anschluss an neue Gilden, es gibt einen lebhaften Worldchat der 24/7 aktiv ist, wir haben ein serverinternes Discord, über welches unter anderem auch Serverevents organisiert werden und man kennt inzwischen viele Leute auf dem Realm. Natürlich gibts auch Idioten dort. Aber das ist eine absolute Minderheit und die meisten davon sind inzwischen serverweit so bekannt, so dass sie in den meisten Gilden sowieso keinen Fuß mehr durch die Tür kriegen.

So etwas meine ich mit einem sozialen Spiel. Diese gesamte Dynamik fehlt mir in Retail einfach vollständig, weil es dort nur noch wie eine große anonyme serverübergreifende Masse an Spielern wirkt, die man von der Bereitschaft zu kommunizieren auch genausogut auch durch Bots ersetzen könnte. Da bin ich inzwischen ja schon froh wenn man im Dungeon auf ein "Hallo" überhaupt noch eine Antwort kriegt. Oftmals ist selbst das nicht mal mehr der Fall.
 
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Lederstrumpf - Mitglied
@Kelturion

Ich muss dir in manchen Teilen schon Recht geben - das hab ich ja auch schon.
Die Sache ist eben die, das Classic - ich erlebe das etwas anders (weshalb ich es auch nicht mehr spiele) - von dem einzelnen mehr fordert.
Darauf will ich doch hinaus - würde es das nicht, dann wäre auch Dein Erleben da eine anderes.
Es geschieht von selbst - wenn der mensch es nicht zu tun braucht, vergisst er auch die Kinderstube - das ist das einzige was ich kritisiere.

Ich mag das halt nicht an QoL tools festmachen - wenn diese das auch fördern und damit den Beelzebub der in uns allen steckt, herauslockt - sondern mach das an den menschen an sich fest.
Persönlich würde ich es begrüßen, wenn das Spiel etwas fordernder wäre und weniger ein Glücksrad, das einem uU alles in den hintern pustet.
Jedoch tu ich das nicht, um dann braver zu sein als vorher - Gutes Benehmen, Hilfsbereitschaft und Geduld sind ganz einfach Charakterzüge.
sollte man haben, und nicht nur dann, wenn es einem selber dient - denn darauf läuft es letztendlich ja hinaus, wenn ich nur dann freundlich bin, weil das Spiel es belohnt.
Das es so ist, ist mir bewusst - aber daran ist kein Tool der Welt schuld, es ist immer noch der Mensch.
Man muss sie ja auch benutzen - viele finden anders kaum Gruppen, wenn man nicht wie ich in einer halbwegs intakten Gilde wohnt, da wird man dann eben auch mit anderen in eine Ini geworfen, da kenn mich keiner und das mundwerk sitzt locker.
Ich glaube, man müsste wieder die Servergrenzen hochziehen, um das zu erreichen, wovon Du sprichst (ich fände das nichtmal soooo schlecht) und viele Kleinserver abschaffen oder mit anderen zussammenlegen, damit eben alle dieselben Möglichkeiten haben. Womit aber jene wieder vor den kopf gestossen wird, die solche Server mögen. Was also machen? Ich sehe nicht, was man da wirklich machen könnte ...
Würde man WoW nun so ändern, dass es diese Anforderungen stellen würde - ich würde das als Grabgesang für das Spiel hören - weil eben alles Cuasale abwandern wird, wovon das Spiel ja auch lebt.
Deshalb:
Besser wäre, wenn die Spieler sich einfach sozial verhalten würden - damit das Spiel auch sozialer wird.

Eventuell reden wir von verschiedenen Dingen, aber so seh ich es.
 
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Scaros - Mitglied
Also Inhaltich nichts neues das einem sonst schon bekannt war wenn man das ganze Spiel der letzten 15 Jahren betrachtet.
Nighthaven - Supporter
Ich stimme dienette (s.u.) zu, dass die Formulierung extrem unglücklich ist. Vermutlich meint Ion eben damit, dass man damals eben nicht perfekt gespielt hat. Wenn ich mich daran erinnere, dass ich als Rogue ewig lange eine Täuschungsspec gespielt habe (auch auf LvL 60), weil man damit schneller schleichen konnte... :) DAS war noch RP und ich hatte damals damit 0 Probleme. Nur als wir Hakkar nicht gelegt haben und man mir sagte, ich müsste mal irgendwie mehr Damage machen, fing man an zu grübeln. Davor war man aber happy, denn man wusste es nicht besser. Ob ich "falsch" gespielt habe? Nein. Aber eben auch nicht min-max. Und dieser Perfektionismus ist mittlerweile mit Azeritessenzen und Verderbnistraits Rank 1-3 echt ausgeufert und kaum noch durchschaubar. Leider dennoch zumindest im aktuellen Raidtier auf HC bedauerlicherweise erforderlich. Denn mit 445er Gearscore ist ohne dieses min-max eben der HC von Nyalotha nur für die echt guten Spieler machbar und nicht für den "normalen" Raider. Und das ist extrem schade, denn NHC Nyalotha ist eben die Vorstufe zu HC wie damals MC die Vorstufe zu BWL war. Wobei BWL dann eben deutlich mehr Wert auf Taktik vorausgesetzt hat als eben MC.
Muhkuh - Mitglied
Und das ist extrem schade, denn NHC Nyalotha ist eben die Vorstufe zu HC

NHC und HC sind zwei Schwierigkeitsstufen und in erster Linie dafür gedacht, dass man, ja nach Können und Wunsch nach Herausforderung, entweder A oder B wählt und angeht. Dass die Spielerschaft das teilweise aufbauend spielt, ist eine zusätzliche Möglichkeit aber nicht die Hauptintention hinter den - mit Ausnahme Mythic - Raidstufen.

Und zu "haben falsch gespielt": Ausgehend von dem, was ein Spieler heute weiß und hätte es dieselben Möglichkeiten, um Überblick zu gewinnen, damals auch genauso einfach zugänglich gegeben, wohl auch damals gewusst hätte, haben faktisch fast alle "falsch" gespielt. Die Formulierung ist auch nicht unglücklich, du sagst es ja selbst, "man wusste es nicht besser". Er sagt damit nicht: "Die Leute waren halt zu dumm zum Spielen", sondern: "Hätte man damals, so wie heute der Fall, alles gewusst, hätte man anders gespielt, man hatte aber gar nicht das Wissen und die Vielzahl an Möglichkeiten, an dieses Wissen zu gelangen". Und aus diesem Blickpunkt, dass es viel mehr zu wissen gab und ein heutiger Spieler auch im Nirmalfall viel mehr weiß, ist es eben "falsch gespielt", wenn man in Vanilla-WoW Täuschungsschurke im PvE spielt, wenn man dorr Krieger mit Stäben spielt, wenn man dort Talentpunkte im Talentbaum einfach nach gutdünken verteilt, wenn man dort völlig ohne Nutzung des Talentbaums spielt und bei seinen Pet immer die gerade neuesten Skills nutzt - würde das heute ein Spieler genau so machen, die Spielerschaft wäre sich ziemlich einig, dass er "falsch" spiele.
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Zulubas - Mitglied
Wenn man die letzten 15 Jahre mal revue passieren lässt, hat der Mann schon recht. Wenn ich an meinen ersten selbst während vanilla zusammengeklickten beim leveln "gewachsenen" Talentbaum denke muss ich schon etwas schmunzeln :D
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Winchester Legende
Talentbaum? Mit level 47 in Zul Farrak hat mir dann mal einer gesagt das man da Punkte reinstecken kann und gab auch Tipps welche Talente nützlich seien. Das einzige was ich checkte war das meine Pets Fähigkeiten skillen können und hab immer die aktuellsten benutzt weswegen ich dachte das sei alles beim Hunter.
Wilfriede - Mitglied
ich hab nen Undeaed Warrior mit Stab gespielt weil ich die Kampanimation davon so toll fand :D
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Muhkuh - Mitglied
Einige Dinge ändern sich nie. So erwähnte Ion, dass er einen Mitarbeiter hat, der einer der ursprünglichen Entwickler von WoW war und dessen Gilde sich durch ein Beutedrama in Vanilla auflöste. Etwas, was heutzutage noch immer vorkommt.

Das was er im Interview zur Erläuterung dann noch sagt: "Das ist eine Gruppe mit Entwicklern, die das Spiel schon vor 15 Jahren gespielt haben und die das Spiel seit 15 Jahren mitentwickelt haben", lässt doch eher darauf schließen, dass da "Classic" und nicht "Vanilla "gemeint ist, wo sich sogar eine Raidgruppe mit Entwicklern, obwohl sie 15 Jahre sowohl Spiel-, als auch -Entwicklungserfahrung haben, immer noch über Lootverteilung zerstreiten kann. Heute, wie damals, egal wie viel Erfahrung und Hintergrundwissen.
Omnagon92 - Mitglied
Trifft zu 100% zu. Nicht nur innerhalb des Spiels bemerkbar dieser Wandel...
dienette - Mitglied

Die Realität ist, dass damals fast jeder das Spiel falsch gespielt hat.

Ahja diese ganzen Deppen, hatten einfach falsch Spass gehabt. Es gibt halt nur eine einizige richtige Art das Spiel zu spielen und die ist so wie es dieser Herr gerne vorschreibt.
Gibts eigentlich keine anderen Bilder von dem, das ist ja gruselig wie arrogant gelangweilt der da auf uns idiotischen Deppenspieler runterguckt.
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kionus - Mitglied
Leute absichtlich falsch zu verstehen ist so ziemlich das jämmerlichste was es gibt, aber ich versteh schon.
Wenn man gerade an nichts anderem meckern kann muss man halt auch mal Aussagen verdrehen und auf die Goldwage legen.
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jelzone - Mitglied
Dienette hast du mal über eine Therapie nachgedacht?
Du scheinst mir unter anderem heftige minderwertigkeitskomplexe zu haben. 
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dienette - Mitglied

Du scheinst mir unter anderem heftige minderwertigkeitskomplexe zu haben.

"unter anderem" was denn noch alles? Erleuchte mich mal, scheinst ja voll den Durchblick zu haben. Empfiehlst Therapien, aber erkennst offensichtliche Überspitzungen nicht.

Und für alle anderen: wenn er es anders meinte als es gesagt bzw hier geschildert wurde ist das nicht meine Schuld. So viele Spieler hatten ihren Spass jahrelang und jetzt zu behaupten das wäre falsch was die gemacht haben ist einfach arrogant.
Und das immer mehr verschiedene Möglichkeiten und Freiheiten aus dem Spiel entfernt wurden, ist auch eine Tatsache. Maximaler Kamerazoom, PM, Ruf nur noch per WQ usw Jetzt muss alles genauso laufen wie er es will, Optionen sind nicht mehr gestattet.

Leute absichtlich falsch zu verstehen ist so ziemlich das jämmerlichste was es gibt, aber ich versteh schon.
Wenn man gerade an nichts anderem meckern kann muss man halt auch mal Aussagen verdrehen und auf die Goldwage legen

dito
kionus - Mitglied
Dann sag ich das jetzt nochmal ganz langsam!  Ob man an etwas spaß hat, hat NICHTS damit zu tun ob man es richtig macht. Wenn ich mein Notebook als frisbee verwenden würde, benutze ich es falsch! 
Manchmal kommt der Spaß an sachen auch dadurch zu stande, dass man sie falsch benutzt. Das macht die Benutzung aber nicht automatisch richtig.

Du versuchst Ian da eine Absolutheit in den Mund zu legen die er weder gesagt hat noch gemeint.
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PreedatorOne - Mitglied
Hallo,

kann es sein das du mit dem falschen Fuß aufgestanden bist @dienette? Er sagt doch in keinster Weise das die Leute mit dem "falsch" spielen keinen Spaß haben sollen oder es falsch gewesen wäre damit Spaß gehabt zu haben, sondern er sagt nur das es wohl anders konzipiert bzw gedacht war. Er nötigt bestimmt auch niemanden wie du es versuchst darzustellen das Spiel exakt nach seinem Leitfaden zu spielen. Schau dir einfach mal das Originale Interview an, dann siehst du wie falsch du liegst. 

Viele Grüße
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Kelturion - Mitglied
In einem Punkt muss ich ihm/ihr aber Recht geben. Dieses Ion-Foto mit dem leicht abgefuckten Blick, welches immer bei jeder Interview-News kommt, irritiert mich auch jedes mal. Andi sollte sich da echt mal ein alternatives Bild suchen :D
dienette - Mitglied

Schau dir einfach mal das Originale Interview an, dann siehst du wie falsch du liegst. 

Ich habe das kommentiert (und zitiert) was im hiesigen Artikel steht. "Die Realität ist, dass damals fast jeder das Spiel falsch gespielt hat."
Ich gucke nicht gerne irgendwelche Labervideos an(Hörprobleme), die Zusammenfassung in Textform finde ich sehr viel angenehmer.
 

sondern er sagt nur das es wohl anders konzipiert bzw gedacht war

Nein er sagt dass es falsch war wie wir gespielt haben, wenn er was anderes gemeint hat, dann hätte er das sagen sollen. Ich denke auch nicht, dass es ein Übersetzungsfehler ist, denn auf einer englischsprachigen Seite habe ich eine Zusammenfassung gelesen, in der die gleiche Aussage kam.

Aber ok wer seine Aussage so toll findet, wird diese hier lieben: Die Realität ist, dass fast jeder hier falsch auf mein Posting geantwortet hat.