4. März 2021 - 08:17 Uhr

SuperData Report - Zahlen von WoW stabilisieren sich nach Shadowlands-Hype

Wenn es nach der allgemeinen Meinung der (lauten) Community geht, die so auf verschiedenen Plattformen unterwegs ist, könnte man wohl sagen, dass Shadowlands eher durchwachsen bewertet wird. Es gibt Kritik, es gibt hier und da Lob, aber man merkt schon, dass die Stimmung ein klein wenig gereizt ist, wenn man es freundlich sagen will. Wie wir jedoch wissen, hatte die Erweiterung den bisher besten Launch von allen, was die verkauften Einheiten am Releasetag angeht. Zudem war laut dem offiziellen Earnings Reports Q4 2020 von Activision Blizzard World of Warcraft in diesem Quartal so erfolgreich wie in den letzten 10 Jahren nicht mehr. 

Es ist natürlich üblich, dass die Zahlen stark ansteigen, wenn ein neues Addon erscheint und trotzdem ist es auch immer wieder eine Überraschung, dass Blizzard nach 16 Jahren neue Rekorde aufstellen kann. Wie das Marktforschungsinstitut SuperData jetzt herausgefunden hat, ist die Hype-Phase nun jedoch vorbei und die Zahlen scheinen sich zu stabilisieren. Denn nachdem WoW im November noch Platz 1 in der Statistik der TOP 10 PC-Spiele mit den meisten Umsätzen belegte, befindet es sich nun wieder auf Platz 5.


Bericht von SuperData

Die Anzahl der World of Warcraft-Spieler fiel auf ein normales Niveau zurück, nachdem der Hype um die Erweiterung von Shadowlands im November nachließ. Von November bis Januar gingen die Einnahmen um 61% und die Nutzerzahlen um 41% zurück (in diesen Zahlen ist China nicht enthalten). Dies entspricht in etwa dem Muster der letzten Erweiterungen, obwohl Shadowlands einen größeren Start hatte. Blizzard scheint einen Weg gefunden zu haben, um bei jeder neuen Veröffentlichung das Ergebnis zu steigern. Der Publisher gab kürzlich bekannt, dass er in diesem Jahr noch die Erweiterung Burning Crusade für World of Warcraft: Classic veröffentlichen wird. Das Wechseln zwischen der Veröffentlichung brandneuer und klassischer Erweiterungen könnte dazu führen, dass die WoW-Einnahmen in naher Zukunft jährlich steigen, anstatt alle zwei Jahre (die typische Entwicklungszeit für die Erweiterungen des Titels).
 


Vergleiche und Auswertung

61% weniger Einnahmen und 41% weniger Nutzer klingen natürlich erst einmal sehr düster, aber das ist eben (seit vielen Jahren) ganz normal. Es wird durchaus erwartet, dass die Zahlen nach dem anfänglichen Hype abnehmen, da dies bei den meisten Erweiterung der Fall ist. Der Hype um Shadowlands hielt jedoch länger als gewöhnlich an und führte zu einem großen Wachstum der gesamten PC-Einnahmen. World of Warcraft belegte im November 2020 zum ersten Mal seit August 2018 den ersten Platz in der Statistik der PC-Spiele mit den meisten Einnahmen und fiel im Dezember dann auf den dritten Platz. Damals im September 2018 fiel WoW bereits wieder auf den 5. Platz und im Oktober 2018 auf den 7.Platz.
 

Wichtig hierbei ist, dass die angegeben Zahlen nur die Umsätze auf dem westlichen Markt repräsentieren. World of Warcraft hat im asiatisch-pazifischen Raum immer noch eine extrem große Präsenz, doch die Umsatzwerte wurden in diesen Statistiken nicht miteinbezogen. 

Ein Rückgang der Einnahmen und Spielerzahlen bedeutet nicht zwangsläufig, dass Shadowlands auf dem absteigenden Ast ist, denn bekanntlich beleben neue Patches das Interesse wieder. Shadowlands hat jedoch offenbar einen langsameren Entwicklungszyklus als üblich - was wohl unter anderem an der Homeoffice-Situation liegt. Wäre Patch 9.1 bereits online oder kurz vor dem Release, wie es zu diesem Zeitpunkt üblich ist, würden auch die Zahlen anders aussehen. Was auch im Hinterkopf behalten werden musss: World of Warcraft ist nicht mehr nur World of Warcraft in diesen Statistiken.

Auch World of Warcraft: Classic gehört dazu und weiterhin ist völlig unbekannt wie groß der Anteil der beiden Spiele bei den Umsätzen von Blizzard ist. Zum damaligen Release von Battle for Azeroth im August 2018 gab es Classic noch gar nicht, denn das Spiel erschien erst im August 2019, wodurch WoW in den Statistiken von Platz 7 auf Platz 3 rutschte. Im Dezember 2020 erschien der letzte große Inhaltspatch für Classic und sorgte sicherlich erneut für den Wachstum der Umsatzzahlen. Ohne Classic würde World of Warcraft nun sehr wahrscheinlich nicht auf Platz 5 stehen.
 

Natürlich müssen die Daten vom Marktforschungsinstitut mit Vorsicht behandelt werden. Es sind keine offiziellen Zahlen und wir wissen nicht, wie die lieben Mitarbeiter dort die Statistiken berechnen. Vor allem was Spielerzahlen angeht, denn diese kann man nicht einfach aus den Umsätzen ablesen. Klar ist aber, dass der Umsatz sich sehen lassen kann und somit zeigt, dass Blizzard mit World of Warcraft weiterhin gutes Geld macht. 

Schreibe einen Kommentar

Du darfst keine Kommentare schreiben
Nur Mitglieder auf Vanion.eu können Kommentare schreiben und beantworten, sowie Votes abgeben. Logge dich also ein oder erstelle dir jetzt einen Account. Hat schließlich keine Nachteile.
yadasistguud - Mitglied
Die Zahlen sind doch  von Januar und somit noch komplett im Hyperaum vom SL Launch und da hatten auch viele Leute Urlaub.Viel Interessanter wären die Daten von jetzt bzw.nächstes Quartal wo dann die Enttäuschungen von der Blizzconline mit reinfliessen.
yadasistguud - Mitglied
@Bee:Keine Characktercustomizations mehr in Shadowlands etc. Hör dir den Tavertalk von Andy an.Da sind genug Enttäuschungen die sicherlich dazu geführt haben das der ein oder andere sein Abo erstmal nicht mehr verlängert.
 
Bee - Mitglied
@yadasistguud:

Hm ok mir persönlich ist es überhaupt nicht wichtig ob ich meinem Troll nun Stummelhauer, nen Bart, Tattoos oder sonstwas verpassen kann. Wenn ich nen Char erstelle drücke im regelfall auf "zufällig" und gut ist, genauso wie ich das Zeug trage wie es fällt, wenn ich wirklich mal transmoggen gehe...

Aber gut, da sind Geschmaöcker unterschiedlich. Ich bin enttäuscht vom Content in SL, der is fad, grindy, völlig unbalanced, etc. Aber da hatte ich an die Blizzconline und 9.1 keine großen Erwartungen. Konnte also auch nicht enttäuscht werden. Was in 9.1 etwa kommt war ja abzusehen. 
Ich fühle mich allerdings generell nicht enttäuscht von der Blizzconline, ich hatte mit Details zu D4 und OW2 erhofft und wurde bedient, das gefällt. Als kleines Topping obendrauf dann noch D2Res - perfekt. 
Daher hatte ich nachgefragt, weil ich die wie gesagt nicht als enttäuschend wahrgenommen habe.
Adrianos - Mitglied
Dungeon Fighter Online sieht ziemlich billig aus. Kaum zu glauben, dass das so erfolgreich ist. o.O
LikeADwarf - Mitglied
... ich kenne sogar jemand, der so gehyped von dem Game war, dass er sich direkt die teure Collectors von SL geholt hat und das Spiel bisher keine Minute gespielt hat, weil er lieber beim Häuschen einrichten und Fotoshootings organisieren in FF XIV versinkt ..............................
Andi Vanion.eu
Haha nun gut, das hat dann ja aber nix mit SL an sich zu tun, wenn er es sich bisher nicht angeschaut hat^^
LikeADwarf - Mitglied
@Andi:
Zumindest nicht mit dem Spiel an sich, wohl aber mit dem Hypetrain der da losgetreten wurde. Jemand der eigentlich lieber ein eher laues japanophiles MMORPG wie FF XIV bevorzugt, war zumindest kurzzeitig so gehyped, dass er völlig umsonst eine Collector gekauft hat *lach*
Zarthan - Mitglied
Wenn ich das richtig verstehe sind das Absatzzahlen im Handel/Online. Und nicht aktive Spieler. Das der Absatz des Adoons nach 3 Monaten sinkt ist ja normal. Jeder der es wollte hat es sich sicher schon geholt. Der Rest sind ein paar Nachzügler. Aboeinnahmen werden da ja nicht mit drin sein?
Hogzor - Mitglied
Da sind alle Umsätze drin, also auch ingame Zahlungen und vermutlich auch Abos. 
Kronara - Mitglied

wir wissen nicht, wie die lieben Mitarbeiter dort die Statistiken berechnen. Vor allem was Spielerzahlen angeht

Total intransparet und damit absolut wertlos deren Statistiken! 
Lalaland - Mitglied
Das siehst du so. Aber die Methodik ist bei vielem die selbe. Es ist auch teil ihrer VP und Umsatzpunkt dieses Geheimnis zu hüten. Würden sie nur Bullshit erklären, dann wären sie ziemlich schnell vom Fenster. Aber für viele scheinen die Daten eine genug hohe Evidenz zu haben da auf diesen Papieren (Es gibt noch massiv teurere als die gratis Paper die andi hier nutzt) und da sind schon mehr fakten erkennbar. 

Kannst ja mal so ein paper kaufen.
Lalaland - Mitglied
Through proprietary data partnerships we collect point-of-sale and event data from publishers, developers, and payment service providers. This allows us to base our analyses on the monthly spending of over 160 million unique, paying digital gamers, worldwide. We also receive data and insights from major players in the XR space, bolstering our accuracy and coverage. This makes us the only provider to offer insights into the age of personal media using transaction- and audience-level data that is truly comprehensive and cross-platform.
Khalzum Champion
Ich werd alt, ich kenn nur 4 Spiele auf der top Ten ^^ Und die meisten anderen will ich eigentlich gar nicht kennen ^^
2