12. April 2021 - 19:52 Uhr

Tavern Talk - 5 Dinge die WoW zerstör(t)en!

Zugegeben, dieser Titel ist absichtlich ein wenig übertrieben. World of Warcraft ist weiterhin das erfolgreiche "MMORPG" auf dem Markt und hat viele Spieler, wovon andere Games nur träumen können. Dennoch ist WoW für viele damalige Fans auch einfach nicht mehr das, was es eigentlich sein sollte. Nämlich ein MMORPG, in dem es um die soziale Interaktion mit anderen Menschen weltweit geht, die Entwicklung eines Helden nach guter alter Rollenspiel-Manier und das Erleben von Abenteuern in einer großen Fantasy-Spielwelt. 

Doch wie ist es dazu gekommen? Ist es heutzutage einfach nicht mehr möglich das grundlegende MMORPG-Feeling zu erzeugen oder hat World of Warcraft ganz einfach einen anderen Weg eingeschlagen? Darüber reden wir heute und nennen fünf Gründe dafür, wieso World of Warcraft vieles ist, aber kein MMORPG mehr, wie man es sich eigentlich vorstellt. Viel Spaß beim Reinhören und Diskutieren!

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Noshock - Mitglied
Denke du hast es recht gut getroffen. Ich hab in Classic angefangen und das hat mein Gefühl von WoW geprägt. Ich erinnere mich noch das ein Krieger in Legion da immer in eine gruppe reingesprungen ist und dann (glaub mit zweitem Wind) sich hochgeheilt hat. Das hat auch bei mir ein Störgefühl ausgelöst, das "passt" nicht. Genauso wenn ein Feuermagier in den Eisblock geht, da stellt es mir immer die Nackenhaare hoch. Aber Magier ist eh ein Thema für sich. Die Krönung ist natürlich auch bei denen das sie "hups mal sterben" können. Ist einfach nur falsch und zerstört die Class Fantasy.


 
Martell - Mitglied
Ohje, also ich konnte mir das leider nicht zuende anhören XD. Für mich etwas zu sehr auf eigener Meinung basierende Wünsche ohne realistischen Blick. Ich mein aus deiner Sicht hast du schon recht das man in einem RPG die Welt erleben will und etwas bei der Reise lernen will aber was genau lernt man den wenn ich zum 899. Mal die gleiche Straße langlaufe? Es am Anfang zu erleben bringt natürlich ein gewisses feeling aber doch nicht nach 100 mal den selben Weg laufen. Ich spiele ja auch wow von Anfang an und hab mich Persönlich gefreut als es mehr schnell Reisemöglichkeiten gab, weil ich dann schneller zu dem Aspekt im Spiel gekommen bin, den ich gerne spielen will. Und es zwingt einen ja auch niemand die Schnellreise zu nutzen oder? Aktuell ist es ein Spiel für jeden. Wer alleine spielen will spielt alleine( vielleicht kein MMO Aspekt aber RPG Feeling kann man sich auch alleine schaffen :) ), wer zusammen spielen will kann das auch tun, wer gerne die Welt erkunden erkunden und erleben will ... auf geht's, keiner hält einen zurück. Du sagst halt im Grunde, dass die Spieler gezwungen werden sollen den MMO und RPG Aspekt immer zu spielen... warum? Das Ergebnis eines solchen Weges wären deutlich weniger Spieler. ( was sich ja dann auch wieder auf die Möglichkeiten im Spiel auswirkt ). Wie gesagt ich verstehe was du meinst aber es ist aus meiner Sicht ein wenig sehr schwarz weiß gedacht. (Und wieso sind reiche Menschen nicht glücklich? XD ( immer diese Klischees) XD ) 
Normalerweise finde ich deine Videos sehr gut, aber man kann ja auch mal ein wenig kritischer sein :) ( nicht böse gemeint ) 
Freundliche Grüße
Martell

 
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Andi Vanion.eu
Man trifft natürlich nicht immer die Meinung aller, aber ich habe mir schon echt Mühe gegeben es nicht nur schwarz und weiß zu sehen. Manchmal auch hier mehr oder weniger sicherlich. Was den Punkt angeht mit "zum 899. mal" ... naja aber das ist ja genau der Punkt, den ich angesprochen habe. Wenn man genau so etwas ändert, ist es für immer und für alle weg und das ist das Problem. Dadurch sind nach und nach immer mehr Dinge verschwunden, die ein MMORPG ausmachen. Egal ob man es zum 899. mal schon gemacht hat oder nicht. Wie im Cast erwähnt, man muss sehr stark darauf achten, welche Sachen im Spiel für Bequemlichkeit entfernt werden und was das für Langzeitauswirkungen hat.
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Wilfriede - Mitglied
Naja weil halt WoW MMORPG draufstehen hat und dieser RPG Faktor wird immer kleiner bzw. ist an vielen Ecken schon verloren gegangen. 
Es ist richtig das beim 899mal die Straße langweilig wird aber das ist mit allem so. Langweilig ist es denke ich aber mehr deswegen geworden weil es rasend schnell geht und alles alleine geht. 
Es ist halt ein Unterschied ob ich zum xten mal die Quest alleine mache oder eben mit immer wieder anderen Spielern zusammen. 
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Teron - Mitglied
 aber man kann ja auch mal ein wenig kritischer sein :)
Aber genau das ist er doch in seinem Video. Kritisch was die Entwicklung von WoW betrifft.
Und es zwingt einen ja auch niemand die Schnellreise zu nutzen oder?
Das sind immer wieder die selben "Argumente". Niemand zwingt einen das Portal zu nutzen, niemand zwingt einen Flugmounts zu nutzen, wer gerne die Welt erkunden will, der kann das tun..... Argumente die keine sind. WoW ist so wie es ist auch immer ein Wettlauf zum nächsten Erzfeld, zum nächsten Item und sich bereit für den nächsten Raid zu machen. Wenn einige Spieler dann das Portal benutzen, sind sie die ersten am nächsten Erzfeld. Gibt es in der Welt nichts interessantes oder lohnenswertes, was will man dann da? Fügt man dort etwas lohnendes ein, beklagen sich wieder die gogogo-Spieler, dass sie für sie langweilige Dinge tun müssen. Nene, die einzige Option ist es, die Portale z.Bsp. einfach abzustellen, bis auf einige ganz wenige, wenn man den rpg-Gedanken stärken wil. Ansonsten sind die rpg-ler die angeschmierten. Nur weil ich gerne eine Straße entlang reite, heißt das noch lange nicht, dass ich das Kraut am Wegesrand, dass mir gerade jemand weggeschnappt hat, der soeben vor mir von seinem Flugmount gestiegen ist, nicht trotzdem gebraucht hätte. Da steige ich dann doch lieber ebenfalls auf mein Flugmount, und das nächste Blümchen gehört dann mir.
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Martell - Mitglied
@Teron:
Wieso sind das kein Argumente? Wenn ich das Spiel wegen des RPG feelings Spiele dann eben nicht um der erste irgendwo zu sein oder? Und was genau wird dir in Wow noch weggenommen? Die spawns der Erze, Pflanzen, mobs usw. sind doch so hoch das keiner zu kurz kommt. ( ok auf einem einseitigen Server könnte das mit den mobs ein Problem sein aber das ist ein anderes Thema ) und mir fällt einfach nichts ein, was ich dem RPGler an Spielspaß wegnehme wenn ich schnell von A nach B gehe. 

Ein Problem des ganzen ist halt das sich ein MMO nicht zu 100% mit einem RPG verbinden lässt. Ich bin jemand der sich selten Spoilert, weil ich die Geschichte selbst erleben will und da gehört natürlich auch die Welt dazu. Und ich fühle mich da auch in meinen Char hinein. Ich bin der Paladin, der für die Gerechtigkeit einsteht XD ( auch wenn das blinde Vertrauen in manchen quest ein wenig komisch ist XD). Aber diesen RPG Aspekt spiele ich am liebsten alleine ohne andere. Wir diskutieren zwar viel im nachgang über die Story aber das erleben selbst finde ich alleine schöner weil "ich" ja der Held bin und nicht "wir" :) . Dagegen steht dann der MMO Aspekt. Ich laufe inis, gehe raiden, mache M+ und das natürlich mit Freunden oder auch mal rnd. Das bedeutet aber nicht das ich die Personen dann in RPG Manier anspreche und frage welche wackeren Helden mich auf mein Abenteuer begleiten wollen XD. Ich möchte dann einfach zusammen inis laufen und Spaß haben.( und dann ist mit die Story in dem Moment eigentlich egal ) 

Also was ich damit sagen will, im MMO Aspekt will ich nicht viele unnötige Wege laufen um zur ini oder zum raid zu kommen weil es mir in dem Moment um eben die Herausfordung im raid/ini geht und nicht darum was ich auf den Weg dahin vllt erlebe  :) 
Sorry, mein Text ist schon wieder ausgeartet :) 

Freundliche Grüße 
Martell 
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Wilfriede - Mitglied
Kurz und knapp, du sprichst mir aus der Seele und hast die Dinge so benennen können wie ich es nicht hätte machen können. Top Video!
Teron - Mitglied
Im Großen und Ganzen rennst Du bei mir offene Türen ein.
 
Die Punkte Bequemlichkeit, Meta und Community laufen eigentlich auf das gleiche Problem hinaus. Wollte man diese 3 Probleme lösen, so würde WoW nicht mehr die Spieler ansprechen, die WoW heute spielen. Die Mmorpgs wurden geschaffen, um Spieler aus der ganzen Welt in einer virtuellen Welt zusammenzuführen. Das ist heute leider nicht mehr die Motivation der Community. Es gibt einen ständigen Konflikt zwischen Rollenspielern und E-Sportlern, wobei sich die Gewichte im Laufe der Jahre immer weiter zugunsten der E-Sportler entwickelt haben. Die meisten Spieler spielen WoW heute wie einen Ego-Shooter oder ein Autorennspiel. In Classic brauchte man 10 Spieltage, um einen Char von 1 auf 60 zu bekommen. Es gab sicher Spieler, die das etwas schneller konnten, aber es bleibt dabei: die heutige Levelzeit ist ein Witz. Es geht nur noch um das Endgame. Alles andere zählt nicht mehr. Es geht nicht mehr um die langfristige Entwicklung eines Chars sondern um maximal optimierte Spiele-Häppchen. Online kommen, pullen, legen, looten, offline gehen. Zeitraubende Reisewege, die Beschäftigung mit den Begleitern des Jägers, die Herstellung von Giften, der Einkauf von Reagenzien z.Bsp. halten den Spieler nur davon ab, möglichst schnell wieder offline gehen zu können. Char-Entwicklung ist den E-Sportlern völlig gleichgültig. Hauptsache der nächste Raidboss liegt und der Loot stimmt.
 
Der Drang dagegen den eigenen Charakters zu optimieren, wirst Du nie abstellen können, und ich weiß auch nicht, wie man das erreichen will. Wie Du ja auch selber im Tavern-Talk sagst, war dieser Drang schon immer da. Ich spiele meinen Heilig-Priester seit Classic. Anfangs als Twink und irgendwann in WotLK habe ich ihn zu meinem Main gemacht, weil ich kapiert habe, dass ich nie ein guter DD werde. Das einzige mal, dass ich meinen Main gewechselt habe. Aber schon in Classic war es klar, mit welchen Talenten aus den 3 Talentbäumen man als Heiligpriester zu raiden hatte, ansonsten ist man nicht ernst genommen worden, und man konnte mit den optimierten Heilern dann auch nicht mithalten. Ich habe mal kurz einen sogenannten WoW-Killer gespielt. Von diesen Killern gab es unzählige. Alle während vieler Wochen von den WoW-Hassern gehyped, konnte aber kein einziges dieser Spiele WoW vom Thron stoßen. RIFT habe ich mal kurz probiert. Es konnte imho WoW nicht das Wasser reichen, aber ich war beeindruckt von dem immens komplexen Talentbaum, der einem viele verschiedene Möglichkeiten eröffnete seinen Pflichten als Heiler nachzukommen. Ich weiß nicht, ob das jetzt immer noch so ist, aber damals war es so. Vielleicht ist ein völlig unübersichtlicher, komplexer Talentbaum tatsächlich die einzige Möglichkeit, verschiedene Optimierungsmöglichkeiten für Chars in einem MMO zu bieten.
 
Mir hat immer alles an WoW Spaß gemacht, außer PvP – dafür war ich immer zu blöd. Ich habe es immer geliebt meine Chars zu leveln, und 2-3 mal pro Woche abends mit dem Mainchar zu raiden. Und nach einem anstrengenden Raidabend mich noch an irgendeinen ruhigen Fluss zu setzen, Fische für das nächste Buffood zu angeln, anstatt dieses im AH zu kaufen und beim angeln meine angegriffenen Nerven zu beruhigen. Ich sammle Haustiere und Mounts, versuche möglichst viele Fraktionen auf ehrfürchtig zu haben und alle Rezepte für meine Berufe zu können (auch wenn ich sie niemals brauchen sollte), solange der Aufwand für all diese Dinge verhältnismäßig ist und hatte trotzdem immer den Ehrgeiz den Raidcontent vor dem Erscheinen des nächsten Raids zu schaffen (was mir i.d.R. auch immer gelungen ist). Ich habe immer meinen Heiligpriester gespielt, auch als Heiligpriester jahrelang als schwächste Heiler verlacht waren, und habe versucht das Maximum aus ihm rauszuholen. Denn das gehört für mich auch zu einem RPG: Das man seinen Char nicht wie die Unterhose wechselt, sondern mit ihm gute und schlechte Zeiten gleichermaßen durchlebt. Ich weiß, ich raide seit ein paar Wochen nicht mehr, aber das ist ein anderes Thema.
 
Data-Mining hat mich nie sonderlich gestört und die WoW-Community war schon immer toxisch, auch zu Classic.
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Blades Legende
1) Convinience
Nein, kein Problem der Entwickler sondern ein Problem der Community. Denn was sollen die Entwickler machen wenn es shitstorms gibt? Die Spieler absichtlich verjagen?
Das Problem das du schilderst existiert zu 100%, aber das Problem ist das zuviele Spieler Dinge fordern die ihr eigenes Hobby auf Dauer zerstören.
Was man den Entwicklern aber vorwerfen muss ist, dass die Entwickler zu lange auf die Spieler gehört haben. Das veränderte nunmal die Community massiv in der Zusammensetzung.

2) Meta
Vorab und nicht ganz Ernst gemeint... wenn nunmal der Gildenleiter von elitistjerks zum Game Director wird kein Wunder, dass er seine bevorzugte Spielweise mit nimmt ;-)
Ansonsten stimme ich dir zu. Aber das Problem ist eigentlich dasselbe wie unter 1) WoW hat sich seine community herangezogen weil zu sehr auf gewisse, meist sehr laute, Spieler gehört wurde.
Wenn du vom berechenbaren Endgame weg willst gäbe es imho nur eine echte Lösung... Die Abschaffung des Combat Logs. Aber offen gesagt würde ich das eindeutig nicht befürworten obwohl es nicht mein Content ist. Ansonsten kommt man da imho nur weg wenn man eine Community Anpassung erzwingt. Also viel mehr "relevante Entscheidungen" die aber kaum zurücknehmbar. Dabei bewusst "hier Raid, da M+, dort PVP, ....." Also das Paktsystem extrem potentiert. Aber will wirklich wer so ein Risiko eingehen? Denn dabei verlassen dann eben viele Spieler WoW.. und ob die RPGler zurückkommen? Komplett offen.
Zu den Waffenskills.. dann würden wieder exakt dieselben unsterblichen Gegner exploitet wie damals in Classic.

3) "Übersystemisierung" und borrowed power
Jein. Ja es gibt zuviele System. Aber trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es borrowed power geben muss. Ansonsten würden sich die Klassen sehr schnell wieder viel zu ähnlich. Daher bin ich prinzipiel für borrowed power aber trotzdem für weniger Systeme. Ich brauche in einem Addon nicht Anima und Stygia und Seelenasche und Paktaufwertungen.
Ja, mehr Konzentration auf Content, aber ohne Charverbesserungen geht es einfach nicht und die sind ohne borrowed power nicht lösbar.

4) Datamining
Datamining finde ich teilweise gut und teilweise schlecht. Gut ist es imho bzgl. Balancingthemen, Klassenfähigkeiten,... Denn so kommt schneller feedback darüber zu stande. Schlecht ist es aber bzgl.Lore / Story und ähnlichem. Diese Dinge sollte Blizzard einfach viel besser "schützen".
Zu den Sammlern... die sehe ich teilweise leider zu den Problemen unter 1) Wieso? Weil sie eben darauf bestehen Pakte wechseln zu können, weil sie dafür kämpfen das alles jeder erreichen kann,....Einer der Punkte in einem RPG ist eben auch.. nein... nicht jeder kann alles bekommen, manche mounts, pets,... sind eben für bestimmte Spielweisen unerreichbar. Exakt dieses "für mich unerreichbar" akzeptieren nach meiner Erfahrung aber viele (gerade auch Sammler) nicht mehr.

5) Community
Siehe oben. Imho hat die sich verändert. Eben weil Blizzard vele Jahre auf "die Lauten" hörte und sich damit vermutlich ohne es wirklich zu wollen die heutige Community heranzüchtete.
Könnte man das wieder ändern? Ohne massiv Spieler zu verlieren? Schwer. Man müsste Dinge langsam ändern und das ohne Rücksicht auf Kritik. Ja, dann drohen Spieler aufzuhören aber das wäre im Endeffekt ja gewollt. Aber die offene Frage ist halt... kommen die anderen Spieler, die mehr RPG bezogenen Spieler,.. dann wirklich wieder? Es bleibt ein Risiko.

6) zum Video ;-)
Ich muss zugeben vorab "Och nee.. jetzt macht Andi auch Blizzard Bashing"  gedacht zu haben. Aber herausgekommen ist imho ein wirklich tolles Video, dass für mich eben auch aufzeigt das die Probleme primär aus der Community stammen. Einer Community die sich Blizzard eben bewusst oder unbewusst selbst heran gezüchtet hat.
Alles andere habe ich oben ja schon gesagt, ich möchte mich da nicht wiederholen. Auch weil dieser Text parallel zu den 1,5h Video entstanden ist und ich jetzt nicht mehr sooo genau weiß was ganz oben steht ;-)
Aber abschliessend.. doch.. man könnte es imho ändern aber es wäre wie unter 5) geschildert ein langer, gefährlicher Prozess der eben auch viele Spieler verjagen würde.   

 
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GnomThron - Mitglied
Ich dachte auch erst das Andi in diesem Video nur gegen Blizzard schießen will aber es war sehr gut ausgeführt und seine ehrliche Meinung hat er auch angenehm vorgetragen.

Dein Text Blades fand ich auch schön angenehm zu lesen. Sachlich und mit Erklärung warum du die Dinge so siehst. TOP!
Graphiel - Mitglied
Ich gebe dir und auch Andi in sehr vielen Punkten recht, allerdings möchte ich doch einen Punkt noch einmal ein wenig differenzierter betrachten:
5) Community
Siehe oben. Imho hat die sich verändert. Eben weil Blizzard vele Jahre auf "die Lauten" hörte und sich damit vermutlich ohne es wirklich zu wollen die heutige Community heranzüchtete.
Könnte man das wieder ändern? Ohne massiv Spieler zu verlieren? Schwer. Man müsste Dinge langsam ändern und das ohne Rücksicht auf Kritik. Ja, dann drohen Spieler aufzuhören aber das wäre im Endeffekt ja gewollt. Aber die offene Frage ist halt... kommen die anderen Spieler, die mehr RPG bezogenen Spieler,.. dann wirklich wieder? Es bleibt ein Risiko.
Was mir hier ein wenig zu kurz kommt ist der Aspekt, dass die Community im Grunde genommen doch auch nichts anderes ist als ein Querschnitt durch unsere Gesellschaft und die empfinde ich schon außerhalb von WoW und sonstigen Games oftmals als äußerst egozentrisch und rücksichtslos. Immerhin leben WoW Spieler ja auch nicht auf einem Extraplaneten. Beispiele dazu lassen sich ja schon innerhalb der Coronakriese ablesen. Korruption von ganz oben, Aluhutträger aus der Mitte und von ganz unten. Meint ihr (also auch Andi) nicht, dass sich vieles vom negativen Communityverhalten nicht allein schon durch den Zeitgeist unserer Gesellschaft erklären lässt? Ich finde eben, dass es hier doch sehr viele Parallelen zu unserer sonstigen Gesellschaft gibt. Spieler nehmen augenscheinlich einen subjektiven Störfaktor wahr, tun aber so als sei er ein grundlegendes Problem des Systems (in dem Fall halt von WoW) und beginnen dann ihre Empörungswelle. In vielen Fällen, die ich dabei sehe habe ich jedoch den Eindruck, dass es sich eher um Wohlstandsprobleme im Sinne von "Mehr! mehr! mehr!, schneller! schneller! schneller! höher! höher! höher!" einer verwöhnten und konsumgesteuerten Gesellschaft handelt, der es stets nur nach der nächsten "Kick" dürstet, anstatt wirklich um Probleme, die ein langfristiges Erlebnis stören würden. Und diese "Konsum-/Kickgesellschaft" spiegelt sich dann eben auch in der WoW Community wieder.
Blades Legende
@Graphiel:
Natürlich ist sie ein Querschnitt aber eben eiern der sich verändert hat. Die Community vor 16 jahren war eine komplett andere. Ich war z.B. nie auf einem RP realm. Aber selbst auf Blackmoore gab es in Gilden damals Aufnahmerituale. Bei unserem ritten wir z.B. von Irtonforge runter zum See ud nahmen dort formalisiert die neuen Mitglieder auf. Einmal im Monat organisierte wer ein RP Event in game, einmalö befreiten wir z.B. eine Geisel aus einer Hordebasis.
Auch war der Ton viel besser. Einfach weil RPG einen bestimmten Typ Spieler anzog und deiser Spielertyp aber im Schnitt (!) weniger "rabiat" bzw. "leistungsbezogen" war.
Dann kamen Änderungen aufgrund Spielerforderungen. Nimm mal etwas das viele Spieler heute ganz normal finden, Servertransfers. Das alleine brachte damals einen MVP (Forum) dazu sein Grün abzulegen und das Spiel mehr oder weniger zu verlassen. Auch viele andere gingen.
Dieses Prozess ging dann eben 10 Jahre lang weiter. Es gab Forderungen, das Spiel änderte sich,gewisse Spielertypen gingen (meist eher leise) andere kamen hinzu. Die Zusammensetzung änderte sich und wurde erst zu diesem "Querschnitt der Gesellschaft" der heute an zahllsone Stellen rumpöpelt.
Aus einer RPG Community wude eine "gogogo Community". Das kritisiere ich aber das Problem ist eben auch Blizzard die das mitgemacht haben. Man hätte rückblickend zu Forderungen viel öfter mal "Nein" sagen müssen.
Andi Vanion.eu
@Blades:
Ich bin auf einem RP-Realm und da findet so viel RP statt wie Heavy Metal Konzerte in einer Kirche. 

@Graphiel: 
Ja, das ist es. Habe ich sogar kurz beim Thema Community im Cast angesprochen.
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Graphiel - Mitglied
@Blades: Ich verstehe schon was du meinst. Ich bin jetzt noch keine 16 Jahre in WoW Aktiv, war dafür aber in vielen anderen Games unterwegs. So auch in einigen dieser "WoW Killer" und aus meiner Erfahrung heraus kann ich dir sagen, dass dort die Communitys oft nicht so viel anders waren als wie in WoW. Es gab immer kleine "Inselchen" mit ganz wunderbaren Menschen, doch viele die ich in dieser Zeit erlebte waren genauso erfolgsorientierte Leute wie heute in WoW. Im Grunde genommen ging es auch dort schon sehr vielen nur darum sich seine elektronische Pe...verlängerung zu erarbeiten und der große Hecht zu werden. "Mein Haus, meine Frau, mein Auto, mein MMORPG Char." usw..  und das eben auch in Spielen, die bei weitem nicht diese Luxustools besaßen wie in WoW. Von daher habe ich das Gefühl, dass es durchaus eine Milchmädchenrechnung bleit, wenn man glaubt es wäre damit getan den Luxus aus dem Spiel zu entfernen, ohne dabei im Hinterkopf zu behalten, dass unsere Gesellschaft eben auch darauf getrimmt wird sich ständig miteinander messen zu müssen und in anderen Leuten auch immer einen Konkurrenten zu sehen. Versteh mich da nicht falsch: Ich glaube auch, dass Blizzard zumindest eine Teilschuld daran hat, dass WoW heute so ausschaut, wie es ausschaut. Ich denke jedoch, dass es einer Milchmädchenrechnung gleichkommt, wenn man daran glaubt einen früheren, angeblich so viel besseren Communityzustand wieder herstellen zu können, indem eine Art Rolle rückwärts ausführt und das Spiel wieder "unbequemer" macht. Darunter fällt für mich übrigens auch der Punkt Serverruf = Gutes Benehmen unter den Spielern. Wenn ich mir allein die Erzählungen anhöre, bei denen Leute aus PVP Servern von damals es wahnsinnig lustig fanden stundenlang Lowis zu ganken und damit im Forum herum zu protzen, so scheint mir der Serverruf bei diesen Spielern auch damals schon keine Rolle gespielt zu haben. Oder anderes gesagt: Wer sich wie die offene Hose benehmen will, der wird das so oder so tun. Ich weiß ja nicht wie andere es handhaben, aber ich schaffe es auch in den heutigen WoW Zeiten kein Arsch zu sein, auch ganz ohne einen Serverruf. Einfach, indem ich mich nicht wie ein Arsch benehme. Hier würde ich Blizzard nur in sofern eine Mitschuld zuschreiben, als dass sie inzwischen praktisch gar nichts mehr tun um für ein gewisses Maß an Ordnung zu sorgen. Sieht man ja auch am offiziellen Forum, bei dem einzelne Spieler monatelang herumtrollen können, ohne das es wen mit Autorität zu interessieren scheint.

@Andi:
Ich habe diesen Punkt auch nur noch mal extra angesprochen, da mir dieses toxische Verhalten eben aus allen Teilen der Gesellschaft so entgegen schlägt und eben nicht nur explizit im Bereich von Videospielen. Wenn ich beispielsweise mal daran denke wie verkommen allein unsere Diskussionskultur in meinen Augen inzwischen geworden ist... aber das würde jetzt echt zu weit führen. Von daher: Trotz allem viele wichtige und berechtigte Punkte in deinem Video angesprochen. Danke.

PS: Trotzdem muss ich gestehen, kann ich mich nicht gänzlich des Eindrucks erwehren aus deinem Video auch irgendwie eine leichte depressive Verstimmung heraus zu hören. Ich hoffe du passt weiterhin gut auf dich auf und belädst dich mit den berechtigten Kritikpunkte an Blizzard, dem Spiel und der Community nicht zu sehr. Ich müsste an dieser Stelle offen gesagt lügen, wenn ich behaupten sollte nach diesem Video nicht auch immer ein wenig an deine Aussagen im Updatevideo zu Azeroth Adventures zurück denken zu müssen.   
Dorain Champion
Etwas sehr pauschal. Ich finde es gab danach noch richtig gute Dinge :)
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Bee - Mitglied
Öhm, eher so alles nach BC wenn man das schon so plump zusammenfassen will. Wotlk aka Wrath of the lootking mitsamt dem loloseum der kreuzfahrer war, auch dank integriertem dungeonfinder, das schlimmste was blizz machen konnte und der Anfang vom Ende
 
Sadeas - Mitglied
@Bee:
Da muss aber eine dicke Staubschicht auf den nostalgischen Brillengläsern liegen, um das beliebteste AddOn überhaupt als "das schlechteste was Blizzard gemacht hat" zu bezeichnen :D
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Cocoon26 - Mitglied
Was das Reisen in WoW angeht verstehe ich die Portal verwöhnten Spieler kein Stück. Ich fliege gerne von Ort zu Ort und auch das Reiten zu Boden ist für mich sehr schön. Auch in anderen Spielen wie Zelda BotW reite oder gleite ich lieber durch die Gegend anstatt den Teleport zu nutzen. Die Welt wirkt dadurch viel größer und man hat auch länger was vom Spiel. Wie Andi schon sagte, denken viele das es nur ums Strecken der Zeit geht... ja aber warum will man dann so ein Spiel mit einer riesigen offenen Welt spielen?

Die Nacht in WoW könnte man ganz einfach für beide Seiten fixen, indem man ein kleines Kästchen in den Optionen hinzufügt das sich z.B. "dunkle Nacht" nennt und wenn man das Häkchen dort hineinsetzt dann wird die Nacht halt so dunkel wie es mit dem Trank möglich ist. Lässt man es raus dann bleibt sie so wie sie jetzt ist. Sie haben es schon zur Hälfte fertig, indem sie den Trank eingeführt haben also warum nicht einfach eine Option daraus machen?

Was ich mir wünschen würde in WoW wär das man in den Hauptstädten und Gasthäuser ein Gruppenphasing einschalten könnte. Ja es ist schön und gut das man alle andere Spieler sehen kann in WoW aber in den Städten oder Häusern kann man nicht wirklich mal ein ruhiges RP machen da alle auf ihren Langhälsen sitzen oder Lovepararde like sich breit machen mitten auf den Wegen. Sie können auch ein komplettes Worldphasing fürs RP machen so das man nur seine Gruppe, normale Mobs und Freundlich /Neutralmakierte NPC's sehen kann. Man kann ja den Loot, alle Rares, secrets und sonstige Dinge, um die man sich in der offenen Welt kloppen kann raus nehmen für das phasing damit man da nicht ungehindert farmen kann. Es würde so oder so den Kick nehmen, wenn man sich nicht um ein Mountrare wie Timelost kloppen müsste. xD
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